Samstag, 11. Juli 2026

Tag 1 - Geplatzte Ohrhäute

Ein neues Jahr - eine neue Reise. Und dieses mal ausnahmsweise nicht nach Nordamerika, sondern in das recht nah gelegene "Land aus Feuer und Eis". Das erfordert zwar eine nur wenig elegante Anpassung des Blog-Titels, bedeutet aber auch eine dankenswerterweise kurze Fluganreise von lediglich 3,5 Stunden. Diese wiederum nutze ich für ein kulturell wertvolles Biopic über Simbas Vater "Mustafa", welches den Zuschauer leider etwas ratlos zurücklässt. "Mustafa" wurde wohl nicht König der Tiere wegen seiner Kraft und Weisheit, sondern allein wegen seiner guten Ohren... Ganz anders übrigens als Sophia, die sich routinemäßig einmal wieder darüber beschwert, dass ihre "Ohrhäute" bei Start und Landung zu spät platzen und bis dahin schmerzen würden. Nichtsdestotrotz kommen wir alle termingerecht und wohlbehalten in Keflavik an.


Von dort aus geht es zu unserem Mietwagenanbieter Lotus, der sich vor allem durch maximale Flexibilität in der Kundenverarsche auszeichnet. Schon im Vorfeld der Reise bekamen wir kurzfristig zwei E-Mails, wonach sich der vertraglich verabredete Preis leider im jeweils dreistelligen Bereich erhöhe, weil einerseits nunmehr eine Steuer dazukomme, die Lotus nicht selbst bezahlen, sondern an seine Kunden weiterreichen wolle, und man andererseits die Inhalte der Leistungspakete eigenmächtig so geändert habe, dass die wertvollen Versicherungsinhalte jetzt nicht mehr in unserem gebuchten "Platinum-Paket", sondern im aufpreispflichtigen "Premium-Plus-Irgendwas-Quatsch-Paket" enthalten seien. Im "Platinum-Paket" ist jetzt nur noch Käse statt der von uns gebuchten Absicherung im Hochland. Das überzeugt mich kaum, aber was bleibt einem groß übrig außer zahlen oder stornieren und dann kein Auto haben? An der Mietwagenstation angekommen wird uns dann wenig erfreulich ein weißer Dacia Duster mit stolzen 104.000 Kilometern auf dem Tacho und diversen Vorschäden zugewiesen, dessen Restwert weit unterhalb der von uns zu zahlenden Vier-Wochen-Miete liegen dürfte. Nachdem ich dann bei der Umschau noch weitere größere und nicht dokumentierte Schäden finde, unter anderem herausgebrochene Verblendungen, heißt es von Vermieter-Seite nur, dass das doch egal sei, weil man sich das Auto bei Rückkehr aufgrund der von uns gebuchten Pakete ohnehin nicht anschauen werde. Ob das ein erneuter Versuch, uns zu neppen, oder aber ein Freifahrtsschein ist, werden wir wohl erst am Ende der Reise erfahren.

Jedenfalls fährt sich der Dacia trotz seines Alters bemerkenswert ruhig und trägt uns zuverlässig zunächst zum Supermarkt und anschließend in unsere erste Unterkunft. Dort angekommen wird noch das erste Viertelfinale geschaut, Abendbrot gegessen und dann geht es auch schon ab ins Bett.

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