Samstag, 18. Juli 2026

Tag 9 - Polesharing am Smjörvi-Hügel

Die Sterne stehen günstig, Aufbruch liegt in der Luft, eine drängende Vorahnung überkommt mich. Am heutigen Tag soll es nun also geschehen. Was? Die anstrengendste Wanderung dieses Urlaubs. Warum jetzt? Weil heute die Sonne scheinen wird. Und zwar nicht nur zwei oder drei Stunden oder nur so ein bisschen durch ein kleines Wolkenloch. Sondern wirklich heute im Sinne von heute den ganzen Tag über und scheinen im Sinne von blauer Himmel. Eine solche Gelegenheit lassen wir uns sicher nicht entgehen. Denn wahrscheinlich wird keine zweite mehr kommen.

Mit schon am Vortag gepackten Rucksäcken schwingen wir uns 07:15 Uhr in unseren Dacia, dem eine längere Fahrt bevorsteht. Gut zwei Stunden soll er uns über Stock und Stein bis zum Trailhead im Landmannalaugar-Gebiet bringen. Ja, da waren wir schon an Tag 3. Aber nur am bekannten Basecamp-Areal. Heute soll es ins Hinterland gehen, genauer gesagt den Halldórsgil-Trail entlang zum Grænihryggur, einem eigentümlich grünen Felsrücken inmitten der hier typisch gelborangen Bergwelt.

Sieben Kilometer vor Ankunft am Trailhead aber erstmal ein Schreckmoment. Bei Google Maps ploppt plötzlich der Hinweis "Mögliche Straßensperrung in zwei Kilometern" auf, eingestellt von Wem-auch-immer vor etwa siebzehn Stunden. Das wäre natürlich dramatisch, da ein Alternativprogramm hier nicht existiert und wir daher den einzigen Sonnentag Islands im Juli 2026 mit sinnlosem Hin-und-her-Gegurke vergeudet hätten. Gott sei Dank stellt sich das Ganze aber als Fehlmeldung heraus. Wahrscheinlich hat nur wieder irgendein Opa die falschen Knöpfe auf seinem neuen Handy gedrückt.

Pünktlich um 09:15 Uhr am Trailhead angekommen erwartet uns eine freudige Überraschung: Niemand hier außer uns. Das ist ja su.... nein, warte - jetzt fährt ja doch noch jemand an den Straßenrand! Och man... Aber zu unserem Glück auch hier wieder Fehlalarm: Es handelt sich nur um ein klassisches Klett-Touristen-Pärchen. Dieser Typ Urlauber also, der ohne jeden Plan durch die Botanik plauzt und einfach überall dort anhält, wo schon zumindest ein anderes Auto steht. Gern auch mal dann, wenn man einfach nur zum Pinkeln rechts ran gefahren ist. Nach einigem ziellosen Umherstromern werden sich die beiden jedenfalls schnell einig, dass die Wanderung hier zu aufwendig für ein spontanes "Dranhängen" ist.

Nun kann es aber losgehen! Hoch den Rucksack und rein in den Canyon, der uns zunächst durch ein grünes Tal....


...und dann durch bemerkenswert große Schneefelder Richtung Pass führt.


Das lässt sich gar nicht mal so einfach bewandern, zumal wir uns am steileren Rand entlangschleppen, da sich unter dem Schnee ein reißender Fluss befindet, zu dem wir lieber nicht durchbrechen möchten. Weiter oben stellt sich dieses Problem dann nicht mehr - hier ist der Schnee mehrere Meter dick (siehe Foto vom Rückweg)!

Nach anderthalb Stunden erreichen wir schließlich den Pass und genießen den ersten Ausblick auf die bunte Bergwelt.


Von hier an geht es nun stets am Hang entlang mit immer wieder tollen Aussichten.



Schließlich stehen wir vor dem steilen Geröllabstieg zu dem Fluss, der zwischen uns und dem grünen Felsrücken liegt.


Nachdem wir diesen im Schneckentempo heruntergekraxelt sind, müssen wir nun natürlich noch durch den Strom. Diesmal sind wir darauf aber vorbereitet, schlüpfen in unsere Sandalen und Neoprensocken und steigen problemlos mit staubtrockenen Füßen am anderen Ufer wieder aus den Fluten. Die Socken sind so gut, dass ich ihnen sogar ihren Thrombosestrumpf-Look verzeihe.


Und nun? Wer runtergegangen ist, muss natürlich auch wieder hoch. Also quälen wir uns den zumindest ebenso steilen Felshügel auf der anderen Seite des Flusses notgedrungen wieder nach oben.


Dort angekommen können wir dann bei einer weiteren Pause unser heutiges Ziel schon aus der Ferne sichten.


Der Rest des Wegs ist ein Traum. Überall tolle Aussichten in alle Richtungen.



Am Ende noch einmal ein steiler Ab- und Wiederaufstieg und schon stehen wir unmittelbar vor dem Grænihryggur, den Sophia nur Pobacken-Hügel nennt, weil er genau den gleichen eleganten Gesäß-Look mit sich bringt, wie eine frisch geöffnete Streichfettpackung (hier: Smjörvi).



Meine frisch erworbenen und zunächst müde belächelten Hiking Poles haben übrigens recht schnell Begehrlichkeiten geweckt. Mittlerweile darf ich sie deswegen nur noch abwärts benutzen, während Lisa sie bergauf führt. Bisweilen rühmt sich sogar Sophia einer Anwartschaft daran...

Sei es drum... Nach zwanzig Minuten Pause und Sonnen am Smjörvi-Hügel machen wir uns wieder auf den Rückweg und treffen nach fünfzehn Minuten tatsächlich den ersten anderen Menschen hier: Einen mutmaßlich Deutschen, der zumindest von Weitem verdächtig starke Ähnlichkeit mit Lisas Papa aufweist (gleicher Gang, gleiche Frisur). Etwas irritiert setzen wir unseren Marsch fort und können all' die schönen Ausblicke nochmal andersherum genießen.




Auch die Flussquerung klappt erneut problemlos. Allein Ab- und Anstieg davor und danach sind noch immer nur mäßig angenehm.


Dafür ist Schnee bergab laufen doch sehr viel schöner als selbigen bergauf. Nur Ski-Fahren wäre noch cooler.



Nach etwas mehr als acht Stunden und gut siebzehn Kilometern stehen wir wieder am Auto. Was für ein toller Trail! Nun nur noch zwei Stunden nach Hause rumpeln, Nudeln essen und ab ins Bett!

Donnerstag, 16. Juli 2026

Tag 8 - Kein Geknatter

Wie angekündigt weckt Christoph uns heute um 06:30 Uhr. Und wie angekündigt scheint wirklich die Sonne. Es ist unser fünfter Tag in dieser Unterkunft und zum ersten Mal seit unserer Ankunft regnet es nicht, während wir uns hier aufhalten. Ich bin so aus dem Häuschen, dass ich erstmal raus renne, um dieses besondere Ereignis fotografisch festzuhalten.

Für weitere Spielereien bleibt allerdings keine Zeit, denn die Wettervorhersage gibt mal wieder einen engen Zeitplan vor. Wir wollen das kurze sonnige Zeitfenster am Vormittag für die kleine Wanderung zum Háifoss nutzen, die wir vor wenigen Tagen aufgrund des ungemütlichen Wetters verschoben hatten. Also schnell gefrühstückt, Sachen gepackt und die eine Stunde zum Startpunkt gefahren.

Bei unserer Ankunft die nächste Überraschung: Wir sind tatsächlich mal allein! Vielleicht sollten wir unseren Tagesrhythmus doch nochmal überdenken und in Zukunft morgens eher starten. Einer Person in unserer Runde käme das ja durchaus entgegen... Egal, jetzt heißt es erstmal Mützen auf, Wanderstöcke geschnappt und auf geht's. Um uns herum zeigt sich bereits blauer Himmel, lediglich in der Schlucht zum Wasserfall hängen noch einige graue Wolkenfetzen. Die verziehen sich aber bestimmt bald.

Die Wanderung ist herrlich. Zunächst geht es über grüne Hügel, bevor wir in die Schlucht zum Wasserfall hinabsteigen.

Pünktlich zur Ankunft am Háifoss kämpft sich endgültig die Sonne durch und zaubert uns sogar einen Regenbogen. Wer im folgenden Bild genau hinschaut, erkennt Christoph im hellgrauen T-Shirt für einen Größenvergleich.

Wir gönnen uns eine verdiente Pause und genießen den tollen Anblick dieses beeindruckenden Wasserfalls. Natürlich darf auch ein weiterer Spaziergang am Háifoss vorbei zu seinen Nachbarn, u. a. dem Grannifoss, nicht fehlen.

Wirklich ein wunderschöner Ausflug. Wir können unser Glück kaum fassen: Bestes Wetter und wir sind tatsächlich die ganze Zeit allein da unten. Da ist es auch halb so schlimm, dass Christoph zwischendurch mal kurzzeitig die Videokamera verliert; sie ist zum Glück schnell wieder gefunden. Erst als wir uns auf den Rückweg begeben, kommt uns ein erster einzelner Wanderer entgegen. Je weiter wir uns jedoch wieder in Richtung Parkplatz bewegen, desto mehr verschwindet die Sonne und desto mehr Menschen begegnen uns auch. Als wir schließlich wieder am Ausgangspunkt ankommen, tummeln sich schon reichlich Touristen dort und die Sonne hat sich wieder hinter dicken Wolken versteckt. Da haben wir doch wirklich alles richtig gemacht. Ein Hoch auf unseren unermüdlichen Reiseleiter und Wettervorhersagenchecker Christoph, der uns dieses Erlebnis ermöglicht hat (und auf die Wetterseiten selbst, die dieses Mal fast auf die Minute genau Recht behalten haben).

Nun ist es gerade mal 11:00 Uhr und was die Erkundung Islands betrifft, haben wir für heute bereits das einzige To-Do auf unserer Liste abgehakt. Da unser Brotvorrat schon wieder zur Neige geht und wir den Rest des Tages ja auch noch irgendwie sinnvoll nutzen wollen, machen wir einen Umweg nach Selfoss, wo wir im Krónan unsere Vorräte auffüllen. Nachdem Sophia und Christoph seit Tagen von nichts anderem als der Knattercola reden, findet diese nun heute doch noch den Weg in unseren Einkaufswagen. Auch wenn ich ein bisschen Angst habe, was dann genau "knattert", wenn man dieses Zeug vertilgt...

Anschließend gehen wir noch lecker im Restaurant essen, wobei meine beiden Mitreisenden sich die Wartezeit damit vertreiben, zu üben, wie man die Kellnerin auffordernd anschaut, damit sie an unseren Tisch kommt.

Ich bin hin und her gerissen, ob ich vor Lachen vom Stuhl fallen oder vor Scham im Boden versinken soll... Das Essen war jedenfalls lecker und wir wurden auch überraschenderweise nicht des Restaurants verwiesen. Also ab zurück in die Unterkunft, wo wir den Tag in aller Ruhe ausklingen lassen und Vorbereitungen für eine besondere Wanderung am morgigen Tag treffen. Achso, und die Knattercola muss natürlich noch verkostet werden! Vielleicht eignet sie sich ja als Antrieb, um morgen den Berg hinauf zu knattern, bevor einem die Puste ausgeht? Aber nein, leider (oder vielleicht doch: zum Glück) knattert da nichts beim oder nach dem Essen. Ist wohl auch besser so...

Mittwoch, 15. Juli 2026

Tag 7 - Besser als Mittelerde

Schon der Name unseres heutigen Zielareals dürfte ob seines epischen Klangbilds selbst J. R. R. Tolkien vor Ehrfurcht verstummen lassen. Tja Alter, geh' mir nach Hause mit Mordor, Númenor und Moria; jetzt kommt...


Badadabammmmmmmm!

Okay, okay, eigentlich handelt es sich dabei nur um einen erloschenen Vulkan in der Nähe unserer Wanderung, aber wie cool klingt das denn? Entsprechend versehen wir während unseres Ausflugs heute auch beständig neue Kleingebiete mit monumentalen Begrifflichkeiten. So befindet sich etwa gleich am Anfang das legendäre Pullerloch von Krakatindur™!

Aber genug davon.

Nicht Krakatindur, sondern der/die/das Rauðufossakvísl ist unser heutiges Ziel, ein Bachlauf mit eigentümlich roter Farbgebung aufgrund seines hohen Eisengehalts. Vielversprechend starten wir die Wanderung im isländischen Hochland ganz allein und bei schönem Sonnenschein. Angekündigt war ein solches Wetter nicht, umso zufriedener sind wir aber.



Dank meiner gestern perfektionierten Stocktechnik überwinden wir die ersten Kilometer wie im Fluge und finden uns schon bald am Rauðufossar wieder - einem recht hohen Wasserfall auf rotem Grund. Schick.


Dann geht es weiter nach oben, denn wir wollen heute das sagenumwobene Geheimnis der blutroten Flüsse von Krakatindur™ lüften. Entsprechend folgen wir dem Bachlauf über Stock und Stein und Schnee und Eis. Auch ein breiter Zufluss muss gekreuzt werden, was dank eleganter Sprungtechnik trockenen Fußes gelingt. Mit der Zeit wird der Wind immer stärker, aber auch der Strom immer roter. Zum Ende hin reihen sich mehrere Wasserfälle aneinander und da ist dann auch der Ursprung allen rotwässrigen Seins, das Rote Auge von Krakatindur™!

Ja gut, das Ding heißt nur Rauðauga, aber es ist tatsächlich die Quelle des/der Rauðufossakvísl und sieht wirklich super aus! Zeit für ein Päuschen bei Brot und Müsliriegel. Aber nur kurz; hier stürmt es doch schon wieder recht unangenehm. Daher brechen wir bald wieder auf und ich klappere mit meinen Stöcken wieder Richtung Trailhead. Erstmals auf dem Rückweg treffen wir auch andere Wanderer, die jedoch nicht so ein Wetterglück wie wir haben. Der Himmel verdunkelt sich nämlich zusehends. Also legen wir einen Zahn zu, um unser Fahrzeug möglichst trocken zu erreichen. Zwischenzeitlich gilt es zu raten, was Sophia mit einem Weihnachtsfilm namens "Die Goppel Moppels" nur meinen könnte (Es war "Die Muppets Weihnachtsgeschichte").

Kaum in den Dacia eingestiegen beginnt es auch tatsächlich zu regnen. Und das natürlich umso heftiger je näher wir unserer Unterkunft kommen, die offenbar im langjährigen Epizentrum des isländischen Mistwetters liegt. Aber egal - heute haben wir es doch tatsächlich geschafft, die kurze Schönwetterphase optimal auszunutzen. Und in unserer warmen Unterkunft kann es uns herzlich egal sein, dass draußen einmal mehr kein menschenwürdiges Leben mehr möglich ist.

Tag 6 - Wasser überall

Beim Aufwachen heute Morgen zeigt sich vor unserer Unterkunft das altbekannte Bild: Regen und Wind. Wieder einmal besteht die Tagesaufgabe also darin, einen wenn schon nicht sonnigen, dann doch wenigstens trockenen Flecken auf der Regeninsel zu finden. Angeblich könnte es mit einer Wanderung in Þakgil klappen, also schwingen wir uns nach dem Frühstück ins Auto und fahren etwa zwei Stunden nach Südosten. Zwischenzeitlich klart das Wetter zwar tatsächlich ein wenig auf. Je mehr wir uns jedoch der Küste nähern, desto wolkiger und nebliger wird es. Als wir schließlich auf die Dirtroad zum Ziel abbiegen, umgibt uns recht dichter Nebel, der es unmöglich macht, die Kuppen der umliegenden Hügel auszumachen. Wir fahren die 14 Kilometer lange Dirtroad etwa bis zur Hälfte, doch das Wetter bessert sich kein bisschen. Da die Wanderung auch mit schönen Ausblicken aufwarten soll, macht das bei diesem Wetter natürlich wenig Sinn und wir sparen uns das lieber für einen schöneren Tag auf. Also doch Plan B: Kurze Pullerpause im Hinterland und ab zurück auf die Hauptstraße in Richtung kleinerer Ziele, die uns nicht ganz so wichtig sind, dass wir dafür unbedingt gutes Wetter brauchen.

Zunächst kurzer Zwischenstopp am Black Sand Beach, an dem sich mal wieder jede Menge Touristen tummeln. Wenn man sich ein bisschen von den charakteristischen Basaltsäulen entfernt, kann man jedoch einen halbwegs ungestörten Strandspaziergang machen.



Als nächstes stehen mal wieder Wasserfälle auf dem Plan. Die Einfahrt zum sehr touristischen Skógafoss lassen wir erstmal links liegen und fahren ein paar hundert Meter weiter zum Parkplatz vor dem Kvernufoss. Auf dem kurzen Spaziergang zum Wasserfall fällt uns wieder auf, was wir schon in den vergangenen Tagen häufiger beobachtet haben: Alle anderen Touristen gucken hier immer sehr griesgrämig und sprechen auch kaum miteinander. Daran, dass man sich hier gegenseitig nicht grüßt, wie wir es sonst von Wanderungen in Nordamerika kennen, haben wir uns ja inzwischen gewöhnt. Aber warum gucken die alle so unglücklich? Liegt es am Wetter? An der nordischen Mentalität? Sind sie enttäuscht von den jeweiligen Zielen? Wir werden das weiter beobachten, aber bestimmt 95 Prozent der uns entgegen kommenden Wanderer haben ganz offensichtlich keinen Spaß an ihrem Ausflug.

Wir allerdings schon, weswegen wir (wenn auch nur kurz) den Kvernufoss bestaunen.


Der Vollständigkeit halber statten wir auch dem Skógafoss noch einen Besuch ab, aber der ist nicht ganz nach unserem Geschmack - einfach zu viele Menschen.

Wir brauchen wohl doch wieder Ziele abseits der Hauptstraßen. Also geht es weiter in Richtung einer Dirtroad, an der weitere Wasserfälle auf uns warten. Kurz vor Ende des Asphalts begegnet uns allerdings mal ein ganz neues Hindernis: Pferde an und auf der Fahrbahn. Etwa 10 Reiter schicken sich an, schätzungsweise 40 freilaufende Islandpferde zur nächsten Weide (so zumindest unsere Vermutung) zu treiben. Leider läuft ein Teil links und ein Teil rechts der Fahrbahn. Mittendrin statt nur dabei natürlich Spirit, der dumme Mustang: Immer kurz bevor alle Pferde auf einer Seite sind, schert er aus und rennt wieder auf die andere Seite der Straße.


Kaum haben wir dieses Hindernis hinter uns gelassen, fällt Christoph ein, dass wir vielleicht im weiteren Verlauf einen Fluss durchqueren müssen. Zunächst nehme ich an, dass er von der Wanderung spricht, aber kurze Zeit später wird mir klar, dass er damit eine Flussdurchfahrt meint. Darauf war ich mental heute noch gar nicht eingestellt. An der ersten Stelle haben wir das Glück, dass uns direkt ein Fahrzeug entgegen kommt und wir so schauen können, wie tief es ist. Sieht machbar aus. Also nochmal kurz die Basics wiederholt (4x4, erster Gang, gleichmäßig Gas geben, nicht anhalten) und auf geht's! Klappt zum Glück problemlos. Die zweite Flussquerung ist mir dann für den ersten Tag allerdings zu heikel, sodass wir einen Wasserfall auslassen und uns stattdessen ein Stück die Straße zurück zum Nauthúsafoss begeben. Hier am Parkplatz bieten sich uns unglaubliche Bilder: Der Nebel hat sich verzogen und tatsächlich lässt sich die Sonne blicken! Damit haben wir heute gar nicht mehr gerechnet und genießen den kurzen Weg zum Eingang der Nauthúsagil-Schlucht, an deren Ende sich der Wasserfall versteckt. Der Weg dahin macht richtig Spaß: Von Stein zu Stein und von einem Ufer zum anderen hüpfen wir durch die Schlucht und versuchen, trockenen Fußes deren Ende zu erreichen. Zwischenzeitlich müssen wir sogar an Ketten die Felswände hinaufklettern.


 
Schlussendlich schaffen wir es alle bis zum Wasserfall, auch wenn nur zwei von uns noch komplett trockene Füße haben.

Ein gelungenes Abenteuer! Auch auf dem Rückweg zum Auto begleitet uns noch die Sonne.


Wie besonders das ist, wird uns erst so richtig klar, als wir kurze Zeit später wieder von der Dirtroad auf die Hauptstraße abbiegen und uns erneut dichter Nebel und Nieselregen begrüßen. Wasser hatten wir heute also in fast allen erdenklichen Formen - von Regen und Nebel über das Meer und Flüsse bis hin zu Wasserfällen. Ab morgen dann bitte auch mehr von der Sonne!