Dienstag, 4. August 2026

Tag 26 - "Weißt du noch, in Island..."

Als standesgemäßen Urlaubsabschluss haben wir uns für den letzten Tag nochmal eine schöne Wanderung ausgesucht. Ursprünglich stand das heutige Ziel gar nicht auf dem detaillierten Urlaubsplan, aber Christoph ist ja nach dieser Reise Meister im Umplanen und Alternativen-Suchen.

Aufgrund der Beliebtheit des bevorstehenden Roundtrips verlassen wir unsere Betten bereits kurz vor 7:00 Uhr und stehen nach einem zügigen Frühstück und einer 45-minütigen Fahrt 8:15 Uhr am Trailhead. Wir sind erst das vierte Auto auf dem Parkplatz; das sieht also schon mal gut aus. Viel überraschender ist aber, dass es mit zwölf Grad recht mild und vor allem fast windstill ist! Da können wir es ohne Weiteres verschmerzen, dass sich der Himmel (noch?) wolkenverhangen zeigt. Auf geht's zum angeblich streckenweise gefährlichen Aufstieg zum Glymur-Wasserfall! Für Kinder ist dieser ausdrücklich nicht empfohlen - aber an solche Warnungen halten wir uns schon lange nicht mehr, sofern wir uns zuvor anhand von Fotos und Streckenbewertungen selbst ein Bild machen konnten.

Leicht bergauf verläuft der Weg zunächst auf einer schönen Route über Erde und Steine, vorbei an Sträuchern und mit Blick auf die Schlucht, in der sich der Wasserfall befindet. Eine Höhlendurchquerung lockert das Ganze zusätzlich auf.

Es folgen eine Flussüberquerung - dank eigens hierfür befestigtem Baumstamm und Seil zum Festhalten kein Problem - und ein steiler Aufstieg auf der anderen Seite, der hauptsächlich über große Steinstufen führt.




Auf dem Weg nach oben gibt es mehrere Aussichtspunkte, von denen aus man den Glymur aus verschiedenen Perspektiven bestaunen kann.



Mit fast 200 Metern Fallhöhe galt dieser Wasserfall übrigens lange als der höchste Islands. Bis man vor einigen Jahren einen neuen Wasserfall entdeckt hat, der wohl durch die Eisschmelze zwischen zwei Gletschern entstanden, aber nicht ohne Weiteres zugänglich ist. Dieser hier ist aber beeindruckend genug für uns.

Der Weg führt noch weiter nach oben, bis man auch die Sturzkante des Wasserfalls betrachten kann. Um dem Rundweg weiter zu folgen, muss man kurz danach den dazugehörigen Fluss durchwaten, bevor dieser einige Meter weiter in die Tiefe fällt. Heute bestens vorbereitet stehen wir schon bald an dessen Ufer und bewaffnen uns mit der bewährten Kombination aus Neoprensocken und Sandalen. Sophia klammert sich wieder wie ein kleines Äffchen an Christoph fest und in Nullkommanichts ist auch unsere letzte Flussdurchquerung dieses Urlaubs Geschichte.

Nachdem wir den Wasserfall nun auch von oben aus allen Richtungen ausgiebig würdigen durften, ...

... begeben wir uns auf der anderen Seite noch zu einem letzten Aussichtspunkt, bevor wir uns an den Abstieg machen. Und hier stimmt einfach alles: Milde Temperaturen, kaum Wind, keine Menschen (zumindest auf unserer Seite der Schlucht), toller Ausblick und dann kommt tatsächlich auch noch die Sonne raus! Wir können gar nicht fassen, dass wir es nach dreieinhalb Wochen doch noch geschafft haben, eine Wanderung zu machen, bei der man ganz in Ruhe eine verdiente Pause genießen kann. Das ist wohl etwas, das wir auf künftigen Wanderungen viel mehr zu schätzen wissen werden. "Weißt du noch, in Island, immer dieser kalte Wind, nie konnte man eine Pause machen..."

"Also fast nie..."


Der Abstieg über einen ziemlich rumpeligen Pfad voller Geröll erfordert zwar stete Aufmerksamkeit beim Setzen jedes Schrittes, aber die Sonne bleibt uns erhalten und ermöglicht uns noch einige tolle Ausblicke in Richtung der nun vor uns liegenden Bucht. Da müssen wir auf halbem Wege bergab direkt nochmal eine Pause einlegen.

Die Ankunft am Parkplatz stimmt uns noch zufriedener: Während wir auf unserem Weg nur ganz wenigen Menschen begegnet sind, stehen inzwischen bestimmt 50 Autos hier und die Leute tummeln sich auf dem ersten Stück des Trails. Also mal wieder alles richtig gemacht!

Nach dieser nahezu perfekten Abschlusswanderung geht's direkt zurück in die Unterkunft. Sophia kann es kaum erwarten, wieder mit Askur und Freyja zu spielen. Die beiden kommen auch direkt angerannt, als sie unsere Ankunft bemerken. Für Sophia ist der Tag damit perfekt und nachdem anfänglich immer einer von uns mit rausgehen musste, traut sie sich im Laufe des Nachmittags dann auch allein zu den beiden sehr wohlerzogenen Spielkameraden.

Während Sophia draußen ihren Spaß hat, verdingen wir uns drinnen als Kofferpacker. Lediglich beim Vertilgen der verbliebenen Reste unterstützt sie uns kurz; dann stürmt sie schon wieder nach draußen, weil die beiden Hunde schwanzwedelnd auf unserer Veranda auf sie warten. Laut eigener Aussage wird sie diese beiden hier am meisten vermissen. Bei ihr wird es daher wohl im Rückblick eher heißen: "Weißt du noch, in Island, diese zwei Hunde..."

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