Für weitere Spielereien bleibt allerdings keine Zeit, denn die Wettervorhersage gibt mal wieder einen engen Zeitplan vor. Wir wollen das kurze sonnige Zeitfenster am Vormittag für die kleine Wanderung zum Háifoss nutzen, die wir vor wenigen Tagen aufgrund des ungemütlichen Wetters verschoben hatten. Also schnell gefrühstückt, Sachen gepackt und die eine Stunde zum Startpunkt gefahren.
Bei unserer Ankunft die nächste Überraschung: Wir sind tatsächlich mal allein! Vielleicht sollten wir unseren Tagesrhythmus doch nochmal überdenken und in Zukunft morgens eher starten. Einer Person in unserer Runde käme das ja durchaus entgegen... Egal, jetzt heißt es erstmal Mützen auf, Wanderstöcke geschnappt und auf geht's. Um uns herum zeigt sich bereits blauer Himmel, lediglich in der Schlucht zum Wasserfall hängen noch einige graue Wolkenfetzen. Die verziehen sich aber bestimmt bald.
Die Wanderung ist herrlich. Zunächst geht es über grüne Hügel, bevor wir in die Schlucht zum Wasserfall hinabsteigen.
Pünktlich zur Ankunft am Háifoss kämpft sich endgültig die Sonne durch und zaubert uns sogar einen Regenbogen. Wer im folgenden Bild genau hinschaut, erkennt Christoph im hellgrauen T-Shirt für einen Größenvergleich.
Wir gönnen uns eine verdiente Pause und genießen den tollen Anblick dieses beeindruckenden Wasserfalls. Natürlich darf auch ein weiterer Spaziergang am Háifoss vorbei zu seinen Nachbarn, u. a. dem Grannifoss, nicht fehlen.
Wirklich ein wunderschöner Ausflug. Wir können unser Glück kaum fassen: Bestes Wetter und wir sind tatsächlich die ganze Zeit allein da unten. Da ist es auch halb so schlimm, dass Christoph zwischendurch mal kurzzeitig die Videokamera verliert; sie ist zum Glück schnell wieder gefunden. Erst als wir uns auf den Rückweg begeben, kommt uns ein erster einzelner Wanderer entgegen. Je weiter wir uns jedoch wieder in Richtung Parkplatz bewegen, desto mehr verschwindet die Sonne und desto mehr Menschen begegnen uns auch. Als wir schließlich wieder am Ausgangspunkt ankommen, tummeln sich schon reichlich Touristen dort und die Sonne hat sich wieder hinter dicken Wolken versteckt. Da haben wir doch wirklich alles richtig gemacht. Ein Hoch auf unseren unermüdlichen Reiseleiter und Wettervorhersagenchecker Christoph, der uns dieses Erlebnis ermöglicht hat (und auf die Wetterseiten selbst, die dieses Mal fast auf die Minute genau Recht behalten haben).
Nun ist es gerade mal 11:00 Uhr und was die Erkundung Islands betrifft, haben wir für heute bereits das einzige To-Do auf unserer Liste abgehakt. Da unser Brotvorrat schon wieder zur Neige geht und wir den Rest des Tages ja auch noch irgendwie sinnvoll nutzen wollen, machen wir einen Umweg nach Selfoss, wo wir im Krónan unsere Vorräte auffüllen. Nachdem Sophia und Christoph seit Tagen von nichts anderem als der Knattercola reden, findet diese nun heute doch noch den Weg in unseren Einkaufswagen. Auch wenn ich ein bisschen Angst habe, was dann genau "knattert", wenn man dieses Zeug vertilgt...
Anschließend gehen wir noch lecker im Restaurant essen, wobei meine beiden Mitreisenden sich die Wartezeit damit vertreiben, zu üben, wie man die Kellnerin auffordernd anschaut, damit sie an unseren Tisch kommt.
Ich bin hin und her gerissen, ob ich vor Lachen vom Stuhl fallen oder vor Scham im Boden versinken soll... Das Essen war jedenfalls lecker und wir wurden auch überraschenderweise nicht des Restaurants verwiesen. Also ab zurück in die Unterkunft, wo wir den Tag in aller Ruhe ausklingen lassen und Vorbereitungen für eine besondere Wanderung am morgigen Tag treffen. Achso, und die Knattercola muss natürlich noch verkostet werden! Vielleicht eignet sie sich ja als Antrieb, um morgen den Berg hinauf zu knattern, bevor einem die Puste ausgeht? Aber nein, leider (oder vielleicht doch: zum Glück) knattert da nichts beim oder nach dem Essen. Ist wohl auch besser so...
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