Sonntag, 28. Juni 2015

Tag 26 - Durch die Nacht

Unser letzter Urlaubstag. Wir waren schon ein bisschen traurig, freuten uns aber andererseits natürlich auch auf die Rückkehr nach Hause. Auf die lange Reise bis dahin freuten wir uns hingegen gar nicht.

Der Tag begann nach einer erfrischenden Dusche und dem letzten Bagelfrühstück mit Kofferpacken im Hotelzimmer. Alles in die Ecke, was da blieb (kaputte Schuhe, Schlafsäcke, Kühlbox etc.), der Rest wurde schön ordentlich eingestapelt. Alles passte rein, die Taschen waren etwa gleich schwer, also ab ins Auto damit. Etwa halb 10 waren wir schon fertig, wollten aber so lange wie möglich im Hotelzimmer bleiben, da unser Flug erst 15:10 Uhr ging. Also noch ein bisschen Fernsehen, Internet und sonstiger Zeitvertreib - schon mal eine gute Übung für den Rest des Tages.

Um 11 machten wir uns auf den Weg zu Alamo, um das Auto abzugeben. Die Fahrt verlief problemlos und die Rückgabe ging viel schneller als gedacht, da es entgegen unserer Erwartung überhaupt keine Kontrolle gab. Wir mussten das Auto nur auf einem zugewiesenen Platz abstellen und während wir unsere Koffer aus dem Kofferraum holten, las ein Mitarbeiter den Meilenstand ab und gab uns eine Quittung. Das war's! Na gut, also stiegen wir in den Shuttlebus Richtung Flughafen und winkten aus dem Fenster nochmal unserem lieben Bumblebee zu, der uns während der fast vier Wochen so zuverlässig überall hingebracht hatte, obwohl wir ihm einiges zugemutet haben.

So waren wir noch vor 12 Uhr am Flughafen. Also noch drei Stunden warten. Naja, mit lesen, spielen, Leute beobachten, die letzten Dollars für ein bisschen Schokolade ausgeben, Sicherheitskontrolle etc. ging die Zeit auch irgendwie rum. Pünktlich um 15:10 Uhr startete unser Flieger und wir saßen wieder auf der oberen Etage hinter der Businessclass, nur leider dieses Mal nicht ganz vorn. Dafür hatten wir Glück mit dem Essen: Auf Christophs Frage, ob in einem der zur Auswahl stehenden Gerichte Zwiebeln enthalten waren, kam die nette Stewardess tatsächlich mit einer langen Zutatenliste zurück. Ergebnis: Zwiebeln natürlich sowohl in den Nudeln als auch im Hühnchengericht. Sie bot uns daher an, uns zum Ausgleich ein paar frische Früchte zu bringen. Außerdem bekam Christoph vom Rest des Essens alles doppelt, sowohl den leckeren Nachtisch als auch den Salat und vor allem das Brötchen samt Belag, das dieses Mal keines dieser weichen Flugzeugessenbrötchen war, sondern ein leckeres Ciabattabrötchen. So wurden wir beide satt und einige Zeit nach dem Essen kam die Stewardess tatsächlich noch mit zwei Schalen frischem Obst, das sonst wohl nur in der Firstclass serviert wird. Über das Essen konnten wir uns also nicht beklagen!

Gestartet waren wir ja gegen 15 Uhr in Los Angeles und als wir 11 Stunden später in Frankfurt landeten, war es 11 Uhr am Vormittag. So war unsere Nacht ein bisschen kurz geraten und wir konnten im Flugzeug auch beide nur wenig schlafen, was sich später am Abend noch bemerkbar machen würde.

Nun hieß es wieder Warten auf den nächsten Flug. Es waren dieses Mal zum Glück nur knapp zwei Stunden Aufenthalt und schon allein der Weg vom Ankunftsgate zum Abfluggate nahm einige Zeit in Anspruch, da er - zumindest nach unserem Gefühl - völlig unsinnig einmal quer durch den Flughafen führte. Pünktlich halb 1 stiegen wir also in den nächsten Flieger, beide müde und Christoph zudem mit voller Blase, da die Putzfrau gerade dann die Flughafentoiletten reinigen musste, als unser Boarding begann und Christoph schnell nochmal auf's Klo wollte. Die eine Stunde Flugzeit bis nach Dresden verging wortwörtlich wie im Flug.

Am Dresdener Flughafen gab es dann überraschenderweise noch eine schöne Begrüßung: Georg mit zu unserer Verlobung passendem Equipment samt "Mrs. & Mr. Lützenkirchen"-Schild, Herzchenschokolade, Sekt und Glückwünschen. Vielen Dank dafür!

Zu Hause angekommen wurden erstmal die wichtigsten Dinge erledigt (in dieser Reihenfolge): Toilettengang, frisches Brot beim Lieblingsbäcker kaufen, unsere geliebten Katzen nach Hause holen, Koffer auspacken, Waschmaschine anwerfen, einkaufen, frisches Brot mit leckerer Wurst und Frischkäse essen, Katzen knuddeln auf dem Sofa, später noch eine ausgiebige Dusche und ab in das eigene Bett. Zu Hause ist es doch auch ganz schön...

Freitag, 26. Juni 2015

Tag 25 - Rush Hour

Unseren letzten Urlaubstag wollten wir in Los Angeles verbringen. Geplant war eine Wanderung zum Hollywood-Schild. Auf dem Weg zum Startpunkt machten wir einen Zwischenstopp am Griffith Observatory, um einen Blick auf die Stadt und zum Hollywood-Sign zu werfen. Leider war die Sicht etwas eingeschränkt - ob das am morgendlichen Nebel, dem Großstadtsmog oder dem Rauch eines Waldbrandes lag, konnten wir nicht genau ausmachen, wahrscheinlich war es eine Mischung aus allen dreien.



Anschließend ging es durch die Hollywood-Hills weiter bergauf. Die Straßen waren sehr eng und schlängelten sich den Hügel hinauf entlang der Häuser von besser betuchten Einwohnern. Christoph hatte vorher in Reiseberichten gelesen, dass man von dort oben eine Wanderung machen kann, wo man zum einen näher an die riesigen Buchstaben herankommt und zum anderen auch auf den Berg dahinter wandern und von hinten über das Schild hinweg auf die Stadt schauen kann. Dass dies möglich ist, hatte sich scheinbar herumgesprochen und offensichtlich gefällt das den Einwohnern dort gar nicht, dass jede Menge Touristen durch die engen Straßen pilgern und ihre Ruhe stören. Letztendlich kamen wir deswegen zu keinem der Orte, von denen aus wir wandern wollten, denn an mehreren Stellen waren die Straßen dann für Normalbürger gesperrt und nur für Einwohner freigegeben, überall standen Polizisten an den Straßensperren. So wurde aus der geplanten Wanderung leider nichts, stattdessen bestaunten wir den Hollywood-Schriftzug nur nochmal von einem Aussichtspunkt aus.


Mit unserem zunächst als Lückenfüller geplanten Besuch beim Strand wurde dann aus zeitlichen Gründen leider auch nichts, denn die Straßen waren am späten Vormittag immer noch sehr voll, sodass wir es nicht rechtzeitig bis zu unserer Führung in den Warner-Brothers-Studios geschafft hätten. Also gönnten wir stattdessen unserem Bumblebee nochmal eine professionelle Autowäsche und machten uns dann auf den Weg zu den Studios.

Dort angekommen, hatten wir noch etwa eineinhalb Stunden Zeit bis zu unserer VIP-Tour. Der Name ist übrigens irreführend, denn eine "normale" Tour gibt es nicht. Es nennt sich einfach immer VIP, damit man sich besonders wichtig fühlt. Die Zeit bis dahin vertrieben wir uns im Gift Shop, ohne etwas zu erwerben, und in einer gemütlichen Sitzecke beim Handyzocken. Die Tour selbst war wirklich interessant und wahrscheinlich werden wir bei den nächsten Filmen, die wir uns anschauen, auf einige Dinge besonders achten und mal schauen, ob wir die ganzen kleinen Tricks wiedererkennen, die in der Filmindustrie üblicherweise verwendet werden.

Nach zwei Stunden war die Tour vorbei und wir machten uns auf den Weg zu unserem Motel, denn ab 16 Uhr konnten wir online für unsere Flüge einchecken und wir wollten ja wieder schöne Plätze mit viel Beinfreiheit bekommen. Also Navi angeworfen und los ging es. Was wir dabei lernten: Man sollte vorher doch mal einen Blick auf das Handy werfen, welchen Weg es sich ausgesucht hat. Um 16 Uhr einmal quer durch Los Angeles Downtown zu fahren ist nicht die beste Idee. Die vom Handy optimistisch angepeilten zwanzig Minuten waren nicht zu schaffen, stattdessen brauchten wir mehr als eineinhalb Stunden. Eine wirklich anstrengende Fahrt mitten in der Rush Hour, nochmal eine besondere Herausforderung am letzten Tag. Wir schafften es schließlich irgendwie zum Motel, bekamen aber dann für unseren langen Flug leider nicht mehr die tollen Plätze, die wir beim Hinflug hatten.

Zum Abschluss fuhren wir nochmal zum neu entdeckten Olive Garden, wo wir zum dritten Mal in diesem Urlaub lecker italienisch gegessen haben. Dann wagten wir uns noch einmal quer durch Los Angeles zum Venice Beach. In der Abendsonne schlenderten wir barfuß über den Strand, genossen die Meerluft und die langsam untergehende Sonne - ein schöner Abschluss!

Donnerstag, 25. Juni 2015

Tag 24 - Angriff der Killerbienen

Wir begannen den Morgen im Joshua Tree National Park mit einer kleinen aber feinen Wanderung im Hidden Valley - gerade lang genug für das gute Gefühl, noch etwas gesehen zu haben, und gerade kurz genug, um sich bei der Hitze nicht zu sehr zu verausgaben.


Zurück auf dem Parkplatz wurden wir von einem Fotografen gefragt, ob wir bei seinem Shooting mitmachen wollen. Schon bevor wir zu unserer Wanderung aufgebrochen waren, hatten wir das kleine Set gesehen und uns gefragt, wer wohl ein Fotoshooting auf einem Parkplatz im Joshua Tree National Park macht. Da hatten wir nun die Antwort: Ein Fotograf aus England, der mit seinem Team drei Wochen lang durch die USA reist, dabei drei grüne Stühle überall aufstellt, wo es ihm gefällt, und dort willkürlich Leute platziert. Ich habe mich natürlich gedrückt, aber Christoph hat sich fotografieren lassen. Irgendwann sollen wir dann mal eine E-Mail mit den Bildern bekommen und wahrscheinlich im Herbst gibt es dann eine Ausstellung mit den Fotos in London. Vielleicht wird Christoph ja noch als Wüstenmodel berühmt...

Anschließend machten wir uns auf den Weg, den Joshua Tree National Park zu verlassen. Unterwegs wollten wir noch kurz am Cholla Cactus Garden anhalten und ein paar Fotos machen. Also fuhr ich dort auf den Parkplatz und während wir noch die Kameras suchten, sammelten sich Bienen um unser Auto. Erst sahen wir nur zwei oder drei Stück, doch innerhalb von Sekunden waren wir von mehreren hundert Bienen umgeben. Woher die auf einmal kamen, wussten wir auch nicht, aber das andere Auto, das bereits auf dem Parkplatz stand, wurde ebenfalls umschwärmt. Wir fühlten uns wie in einem dieser schlechten Tele5-Filme mit solch klangvollen Namen wie "Angriff der Killerbienen". Aussteigen war jedenfalls nicht möglich, also fotografierten wir anstelle der Kakteen eben die Bienen und fuhren lieber weiter.


Unser nächster Zwischenstopp sollte der Salvation Mountain sein. Nachdem wir an einer Tankstelle nach dem Weg gefragt hatten, fanden wir schließlich etwas außerhalb einer Kleinstadt den Platz, an dem ein Künstler, der vor wenigen Monaten verstorben ist, über Jahre hinweg aus Dreck und Farbe einen riesigen Hügel mit Bibelzitaten und gottesverehrenden Zeichnungen verziert hat. Nicht nur der Hügel selbst, auch alle umstehenden Gegenstände wir Autos, Briefkästen etc. waren bemalt. Ein wirklich beeindruckendes Werk.




Nachdem wir alles gebührend bestaunt hatten, machten wir uns schließlich auf den Weg nach Los Angeles. Unser Motel in Downtown haben wir ganz gut gefunden, der Verkehr war nicht so schlimm wie erwartet. Mit dem Bus fuhren wir dann noch zum Chinese Theatre und schauten uns noch einmal den Walk of Fame an. Zugegebenermaßen war das ein eher enttäuschender Ausflug. Das Spannendste waren noch der Kauf der Metrotickets und die Busfahrt. Die Gegend um den Walk of Fame ist leider sehr dreckig und irgendwie nicht gerade sehr einladend, sich im Dunkeln noch dort aufzuhalten. Naja, wir sind eben keine begeisterten Städtereisenden, aber wir haben es nochmal gesehen und uns danach lieber noch einen gemütlichen Abend mit FrootLoops im Hotelzimmer gemacht.

Mittwoch, 24. Juni 2015

Tag 23 - (Fast) Zum Kotzen

Nach einer erholsamen Nacht in unserem 4-Sterne-Hotel hatten wir uns für diesen Tag vorgenommen, nochmal eines der legendären Buffets in Las Vegas auszuprobieren. Also starteten wir den Tag nach einem sehr gemütlichen Morgen im Wicked Spoon im Cosmopolitan. Das Buffet ist zwar vergleichsweise teuer, soll aber eines der besten sein. Es war auch alles sehr einladend angerichtet, es gab eine riesige Auswahl an Frühstücks- und Mittagsgerichten und natürlich die typischen Desserts. Alles, was wir probiert haben, war sehr lecker, aber wir haben dann doch festgestellt, dass wir für diese riesigen Buffets einfach nicht geschaffen sind.

Problem 1: Falsche Speisenauswahl. Wenn man eine riesige Auswahl an ungewöhnlichen und besonderen Speisen hat, sollte man eben nicht erstmal Toast mit Wurst und Marmelade essen. Dummer Anfängerfehler.

Problem 2: Zu wenig Geduld. Das Buffet war von 9 bis 14 Uhr geöffnet, also sollte man früh da sein um zu frühstücken, dann vielleicht zwei Stündchen Pause einlegen und dann mit dem Mittagessen weitermachen. Aber einen halben Urlaubstag nur für Essen einzuplanen entspricht eben einfach nicht unserer Vorstellung von einer aufregenden Reise.

Problem 3: Zu kleiner Magen. Keine Ahnung, wie die Amerikaner das machen, aber die können essen und essen und essen scheinbar ohne satt zu werden. Wir dagegen haben trotz Pause irgendwann einfach nichts mehr runterbekommen und fühlten uns noch Stunden wie ein Ballon kurz vorm Platzen. Lecker war es aber trotzdem!

In dem sicheren Wissen, dass wir in den kommenden Stunden mit Sicherheit nichts zu Essen brauchen würden, wollten wir uns auf den Weg in Richtung Joshua Tree National Park machen. Vorher meldete sich jedoch noch im Parkhaus Bumblebee zu Wort: Mit einer gelben Warnleuchte machte er auf zu wenig Reifendruck aufmerksam. Christoph hatte ja zum Glück vorgesorgt und so war in unserem Reifenreparaturset auch ein kleiner Kompressor enthalten, mit dem wir die Reifen aufpumpen konnten. Fix an den Zigarettenanzünder angeschlossen und erstmal den Reifendruck überprüft, hinten links fehlte tatsächlich etwas Luft. Hinten links? Da regte sich irgendwas in unserer Erinnerung: Das ist genau der Reifen, bei dem ganz zu Beginn unserer Reise jemand mittels Dreckbotschaft auf unserer Heckscheibe behauptet hatte, dass da ein Nagel drin sei. Aber gut, wenn der Reifen unzählige Meilen Dirtroad ohne sichtbare Schäden überstanden und in fast vier Wochen nur so wenig Luft verloren hat, kann es ja nicht so schlimm sein. Also Luft aufgepumpt und siehe da, Bumblebee war zufrieden und wir konnten starten.

Auf dem Weg in Richtung Joshua Tree National Park machten wir noch einen kurzen Abstecher zu den Kelso Dunes. Mehr als kurz aussteigen und ein Foto schießen war aber nicht drin.


Man hätte auch auf die Dünen klettern und sie durch runterrutschen zum "Singen" bringen können - war aber bei über 40 Grad in der Mittagssonne keine allzu verlockende Alternative. Also fuhren wir weiter in Richtung Ziel durch eine seeehr karge Landschaft einschließlich der Mojavewüste und einigen wirklich traurigen und verstreuten "Dörfern", wo kein halbwegs vernünftiger Mensch wohnen wollen würde.

Am frühen Abend kamen wir dann im Joshua Tree National Park an, fuhren direkt auf den Jumbo Rocks Campground und suchten uns erstmal ein schönes Plätzchen mit Grill, Feuerstelle, Picknicktisch und vor allem einer guten Zeltfläche im Schatten. Schnell das Zelt aufgestellt und dann in der untergehenden Sonne und bei langsam fallenden Temperaturen von noch knapp über 30 Grad die schöne Umgebung ein wenig genossen.




Da dies unser letzter Abend auf einem Campingplatz sein würde, wollten wir das natürlich nochmal nutzen und machten von unserem letzten Feuerholz noch ein schönes Lagerfeuer und grillten einige Marshmallows. Zu guter Letzt konnten wir noch einen schönen Sternenhimmel bestaunen und haben zum ersten Mal einen Kojoten gesehen (und natürlich unzählige Häschen und Hörnchen).

Dienstag, 23. Juni 2015

Tag 22 - Teures Pflaster

5. Gastbeitrag:

Nach dem Aufwachen erstmal geschaut, was mein Handy nach einer Nacht mit offenen Klappen sagt. Glück gehabt, es brummt wieder zufrieden und springt an. Guter Start in den Tag.

Ansonsten hieß es heute: Geld raushauen um Las Vegas von anstrengend in aufregend zu verwandeln.

Los ging es mit einem Frühstück bei IHOP für 40$, das gleich vor unserem Hotel liegt. Eigentlich isst man in Las Vegas ja Buffets, aber das Buffet im Stratosphere hatte eher durchwachsene Kritiken ("Günstig, aber eben auch echt eklig."). Also stattdessen in der Frühstückskette Eier, Bacon und Crepes gefuttert.

Danach zum Paris-Hotel gefahren, wo wir die nächste Nacht verbringen wollten. Dort geparkt und zum MGM Grand gelaufen, wo wir Karten für die Cirque de Soleil - "Ka" - Vorstellung erwerben wollten. Es gab nämlich gerade ein Angebot, bei dem die zweite Karte nur 10$ kostete. Im MGM angekommen, haben wir auch den Schalter schnell gefunden und die Karten gekauft. Kostenpunkt: 140$. 

Danach wieder nach Norden zum Venetian. Unterwegs mussten wir allerdings zweimal anhalten. Einmal um im M&M-Store für 50$ einzukaufen, da Lisa unbedingt noch Untersetzer und andere nur hier erhältliche - wenngleich in China hergestellte - Produkte brauchte. Ein anderes Mal um Frozen Yoghurt für 20$ zu essen, da wir sonst bei über 40 Grad Celsius im Schatten innerlich verbrannt wären.

Im Venetian dann die Kanäle angeschaut, die diesmal mit Wasser statt mit Zementsäcken und Bauarbeitern gefüllt waren und danach zu Madame Tussauds. Hier hatten wir vorher Karten für 50$ bestellt. War ganz nett gemacht, ist aber hauptsächlich was für Kinder und Leute, die schon immer mal ein Foto davon wollten, wie sie ihren Hintern an Usher reiben oder auf Jenna Jameson sitzen. Da dies auf uns nicht zutrifft und wir ohnehin keine Kamera dabei hatten, sind wir nach einer knappen Stunde wieder gegangen. Am Ausgang gab es noch eine "amazing 4D-Experience" von Marvel-Superhelden. War ein 3D-Film mit Stühlen, die rumpeln, dir in den Rücken schlagen, dich anpusten und dich mit Wasser bespritzen. Ganz witzig. Gibt's aber auch in Babelsberg.

Danach zurück zum Paris, eingecheckt und kurz ausgeruht.

Halb 6 wieder los, um rechtzeitig zu unserer Show zu kommen, die um 7 beginnen sollte. Im Eingangsbereich wollten wir Popcorn kaufen, doch es gab nur die ungenießbare salzige Variante. Dann halt nicht.

Die Show selbst war toll und abwechslungsreich, insbesondere die Bühne, die sich permanent verändert hat. Schwer zu erklären. Muss man anschauen.
Die Story war freilich - wie nicht anders zu erwarten - totaler Quark. Irgendwelche Geschwister werden getrennt und finden durch seltsame Hampeleien wieder zueinander, wobei eine Krabbe, ein Seestern, eine fette Nanny, ein fliegendes Haus und ein Tarzan in Stringtanga und Glitzerkleidchen eine entscheidende Rolle spielen.
Auch etwas schade war, dass vor uns zwei Chinesen saßen, die scheinbar das Konzept der Stuhllehne nicht verstanden hatten. Vielleicht waren ihre Stühle auch mit Stacheln ausgestattet, die beim Zurücklehnen ausgelöst werden. Jedenfalls führte irgendeiner dieser Gründe dazu, dass unsere beiden fernöstlichen Freunde die ganze Vorstellung weit nach vorne gebeugt verbrachten, was für uns bedeutete, dass wir nicht nur die Show, sondern auch ihre davor wackelnden Hinterköpfe permanent bestaunen durften.

Schließlich ging es noch ins Outback-Steakhouse, wo ich ein wirklich ganz tolles Steak und Lisa leckere Nudeln bekommen hat. Letzte Tagesausgabe: 60$. 

Danach noch kurz die Bellagio-Fontänen angeschaut (erst von unten, dann von unserem Zimmer aus) und ab ins Bett.

Tagesausgaben ohne Hotelzimmer: 360$.

Montag, 22. Juni 2015

Tag 21 - Halbnackt am Straßenrand

Unser letzter Tag in Escalante begann noch einmal mit einer Fahrt auf der Hole in the Rock Road, denn wir wollten uns noch den Zebra Slot Canyon anschauen. Dies würde unsere letzte Wanderung sein, unsere letzte Fahrt auf einer Dirtroad und - was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten - wohl unsere aufregendste und vor allem nasseste Wanderung.

Der Weg zum Slot Canyon war angenehm zu laufen, immer an einem ausgetrockneten Wash entlang auf relativ festem Untergrung ohne große Steigungen. Nach etwa 50 Minuten kamen wir am Eingang an. Christoph hatte mir vorher schon gesagt, dass in diesem Slot Canyon meist Wasser steht, sodass ich mich darauf eingestellt hatte, wieder einmal Pfützen und Matschlöcher umklettern zu müssen. Nachdem wir über die erste Pfütze noch trockenen Fußes springen konnten, war dies beim nächsten Wasserloch schon nicht mehr möglich. An dieser Stelle war klar, dass unsere Schuhe auf jeden Fall nass werden würden. Erst hier verriet mir Christoph, dass er das vorher gewusst hatte, das Wasser aber höchstens knietief sein soll. Na gut, dann lassen wir den Rucksack lieber zurück und waten ins kühle Nass.

Christoph tastete sich langsam vor und ich fragte ihn mehrfach, ob wir nicht doch lieber umkehren sollen. Das Wasser war ziemlich kalt und wir konnten nicht einschätzen, wie tief es noch werden würde und wann es wieder bergauf geht. Als Christoph das erste tiefe Wasserloch passiert hatte, blieb er auf der anderen Seite stehen und blickte etwas überrascht, aber auch belustigt und vor allem froh, dass er es geschafft hatte, zu mir zurück. Er hatte an der tiefsten Stelle bis zu den Schultern im Wasser gestanden! Völlig entgeistert fragte ich: "Du weißt schon, dass ich etwa zwanzig Zentimeter kleiner bin als du?" Aber was sollte ich machen, jetzt war er einmal nass und sonst hätten wir die Wanderung ja umsonst gemacht. Also die Kamera über den Kopf gehalten und ab durch das Loch. Auf Zehenspitzen schaffte ich es ohne unterzugehen. Das nächste Wasserloch war noch einmal 5 cm tiefer, das Wasser stand mir bis zum Kinn, aber es ging gerade so ohne schwimmen zu müssen. Hier ein Bild von mir bei der Durchquerung des zweittiefsten Tümpels:


Während wir uns durch das Wasser kämpften, fiel mir plötzlich ein, dass ich meine Hosentaschen vorher gar nicht geleert hatten. Aber Glück gehabt, da war nichts drin. Aber der Autoschlüssel! Christoph hatte ihn in seiner Hosentasche und natürlich auch nicht daran gedacht. Auf halbem Weg durch den Tümpel haben wir ihn also schnell noch sicher verstaut, nass war er aber trotzdem. Geschadet hat das scheinbar nicht, man kann das Auto immer noch per Knopfdruck öffnen und schließen. Erst als wir aus dem Wasser raus waren und Fotos machten, fiel mir noch etwas ein: Christophs Handy war natürlich auch noch in seiner Hosentasche. Eigentlich soll es ja wasserdicht sein, aber wer weiß das schon? Kurz getestet, es funktioniert noch. Später am Tag gab es dann aber den Geist auf und wollte nicht mehr mit uns kommunizieren.

Wir waren pitschnass, aber es war ja zum Glück recht warm und nach einigen weiteren Metern begann der eigentliche Zebra Slot Canyon, wo wir uns auch wieder auf trockenem Untergrund bewegen konnten. Also machten wir schnell ein paar Fotos und Videos, Christoph lachend und ich nach wie vor kopfschüttelnd, wie er mir das zumuten konnte, ohne mich wenigstens vorzuwarnen. Aufgrund der enormen Regenfälle in den letzten Wochen hätte man sich denken können, dass das Wasser höher ist als knietief.

Es war auf jeden Fall ein kleines Abenteuer und im Canyon selbst sah es dann auch ganz schick aus.


Lange blieben wir aber nicht dort, denn der Slot Canyon lag völlig im Schatten, sodass uns nach kürzester Zeit kalt wurde. Also zurück ins Wasser! Jetzt wussten wir wenigstens, was auf uns zukommt und ich hatte mich schon fast daran gewöhnt, dass ich an den tiefsten Stellen Wasserläufer und lauter totes Getier direkt auf Augenhöhe auf der Wasseroberfläche vor mir sah. Bäh!

Jedenfalls überstanden wir auch den Rückweg unbeschadet und waren dann froh über die Sonne und die Hitze. Ich schätze, es war wohl ein komischer Anblick, wie wir dann völlig durchnässt zurückwanderten.


Am Auto angekommen waren die Klamotten dank Sonne und Wind zwar ein wenig getrocknet, aber die Unterwäsche war natürlich trotzdem nass und das sauberste Wasser war das in dem Tümpel ja auch nicht. Also was tun? Aus dem Motel hatten wir schon ausgecheckt, die nächste Möglichkeit zum duschen gab es erst am Abend. Ach, egal, so viel Verkehr ist auf der Hole in the Rock Road ja nicht. Also schnell hinter dem Auto (wir parkten unmittelbar am Straßenrand) nackig gemacht, mit Einmalwaschlappen und Trinkwasser grob gesäubert und frische Klamotten angezogen. Das tat gut!

Immer noch lachend über dieses unerwartete Abenteuer machten wir uns auf den langen Weg nach Las Vegas. Abends um 18 Uhr hier angekommen waren immer noch etwa 44 Grad. Also verzogen wir uns erstmal in unser Hotelzimmer und machten eine verdiente Pause. Da Christoph sich von der netten Dame beim Check In ein Zimmerupgrade hatte aufschwatzen lassen ("Oh, das ist eines meiner Lieblingszimmer, da macht ihr einen super Deal, ihr spart so viel Geld, ich freu mich so für euch..."), hatten wir einen Whirlpool im Bad, den wir natürlich austesten mussten.

Am Abend suchten wir noch den Weg auf den Stratosphere Tower. Da wir direkt im Stratosphere eingecheckt hatten, könnte man meinen, dass der Weg leicht zu finden wäre. War er aber nicht. Über unzählige Treppen und Fahrstühle, um hundert Ecken, durch eine Sicherheitskontrolle, bei der man uns das Stativ abnahm, und durch mehrere Gift Shops fanden wir irgendwann doch noch den Weg auf die Aussichtsplattform. Da oben war aber ein derartiger Storm, dass es ohnehin unmöglich gewesen wäre, ein Foto mit dem Stativ zu machen. Christoph musste sogar die ganze Zeit seine Brille festhalten aus Angst, dass sie ihm von der Nase geweht wird. Also kein Foto, aber den Ausblick genossen, noch kurz der Liveband im Casino gelauscht und dann war der Tag auch schon wieder vorbei.

Sonntag, 21. Juni 2015

Tag 20 - Escalante Allerlei

Nachdem wir vergangene Woche schon einmal in Escalante waren, aber aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse leider nicht alle Ziele erreichen konnten, hatten wir heute nochmal einen ganzen Tag für die Highlights entlang der Hole in the Rock Road eingeplant. Das bedeutete allerdings einmal mehr, dass wir uns den ganzen Tag lang ausschließlich auf Dirtroads fortbewegen würden. Das lange Warten hatte sich aber gelohnt, denn in der Zwischenzeit war die Straße repariert worden und wir hatten keine Probleme.

Nach reichlich 40 Meilen Dirtroad wanderten wir zuerst zum Broken Bow Arch. Der Weg führte - nach dem Abstieg über einen langen steilen Sandhügel, bei dem uns sofort klar war, dass der Rückweg schwierig werden würde - durch einen Canyon, der überraschend grün war und uns auf dem Hinweg hier und da sogar ein bisschen Schatten spendierte.


Etwa 2,5 km später kamen wir am Broken Bow Arch an, der schön anzusehen war und in dessen Schatten wir uns erstmal eine kleine Pause gönnten.


Nach einer knappen Stunde machten wir uns auf den Rückweg. Inzwischen war die Temperatur auf ca. 30 Grad gestiegen und wir kämpften uns in der prallen Sonne über Sand, Gestein und hin und wieder durch das kleine Flüsschen zurück - immer in dem Bewusstsein, dass am Ende noch dieser blöde Sandhügel auf uns wartet. Am Fuß des Hügels des Grauens angekommen noch eine kurze Wasserpause im Schatten und dann schleppten wir uns durch den Sand nach oben. Das war schon recht beschwerlich und so kamen wir gegen 13 Uhr völlig durchgeschwitzt am Auto an. Inzwischen machte sich die Mittagshitze deutlich bemerkbar und wir hatten über 30 Grad. Eine kurze Verschnaufpause im Auto war da angebracht.

Anschließend fuhren wir einige Meilen zurück zum nächsten Parkplatz, von wo aus wir zum Sunset Arch wandern wollten. Wir verweilten noch einige Minuten im kühlen Auto und wagten uns dann zurück in die Mittagshitze. Etwas über 1,5 km querfeldein, wieder durch Sand und immer schön dem stachligen Gestrüpp ausweichen. Die Sonne brannte ohne Unterlass und so war auch diese kurze Wanderung recht anstrengend. Also nutzten wir wiederum den Schatten des Arches für eine längere Pause, bevor wir uns auf den Rückweg machten.



Schon wieder bzw. immer noch schwitzend und unentwegt Wasser trinkend machten wir uns auf den Weg zu unserer letzten Wanderung an diesem Tag, wiederum über Schotter und Sand zu den Slot Canyons. Der Weg führte wiederum bergab, denn der Parkplatz war oben am Canyonrand und die Slot Canyons natürlich ganz unten. Bei dem Gedanken, später wieder bis ganz nach oben klettern zu müssen, hatte ich eigentlich gar keine Lust mehr. Die Hitze und die Wanderungen hatten mich irgendwie ziemlich ausgelaugt und Kopfschmerzen hatte ich auch. Maulend folgte ich Christoph also hinunter, doch die Anstrengung sollte sich lohnen.

Unten angekommen, wollten wir zuerst den Peek-a-boo Slot besichtigen. Wie vorauszusehen war, stand hier leider noch jede Menge Wasser. Den Canyon selbst kann man sich wie lauter kleine aufeinanderfolgende Räume vorstellen, in denen unten leider Wasser steht. Der Aufstieg in den ersten Teil war schon nicht leicht und nur zu zweit schaffbar. Dort oben gab es dann zum Glück ein Seil, mit dem wir uns gegenseitig helfen konnten. Das Klettern im Teamwork machte ziemlich viel Spaß, nur leider stand noch so viel Wasser im Canyon und der Boden war derart matschig, dass wir in der dritten Höhle einsehen mussten, dass wir es mit unserem höchstens durchschnittlich ausgeprägten sportlichen Geschick und den aufgrund des Schlamms ganz rutschigen Schuhen nicht weiter schaffen würden. Aber wir hatten wenigstens mal einen Blick hineingeworfen und die Kletterei war klasse. Vielleicht, wenn wir irgendwann nochmal in diese Gegend kommen...

Da wir nun noch Zeit hatten, wollten wir uns den Spooky Gulch noch ansehen. Dieser soll sehr eng sein, nichts für Leute mit Platzangst. So haben wir unseren Rucksack draußen stehen lassen und uns reingewagt. Der Canyon wurde wirklich immer enger und an vielen Stellen konnte man sich nur noch einen Schritt nach dem anderen seitlich vorwärts schieben. Für halbwegs normal gebaute Menschen aber kein Problem, zumindest auf den paar Metern, die wir hineingegangen sind. Abenteuerlich war es aber allemal.



Eigentlich wollten wir an diesem Abend zelten, aber da es inzwischen recht spät war, wir uns unseren Zeltplatz erst noch hätten suchen müssen, ich immer noch Kopfschmerzen hatte (Jaah, gestern war ich eben mal der Loser...) und wir eine Dusche nach diesem heißen, anstrengenden Tag dringend nötig hatten, haben wir uns dann doch für eine weitere Nacht im Motel entschieden und machten uns auf den Weg zurück nach Escalante.

Bevor wir die Hole in the Rock Road nach über 100 Meilen verließen und den damit dirtroadreichsten Tag unseres Urlaubs beenden konnten, gab es auf Christophs Wunsch noch einen Abstecher zum Devils Garden für ein Foto im Abendlicht.