Freitag, 14. April 2017

Tag 16 - Echter Luxus

Unser Tag begann wie so oft mit der aufgehenden Sonne. Raus aus dem Zelt und auf in die Coyote Buttes South, um die Felsformationen nochmal im Morgenlicht zu bestaunen. Und morgens um 6 erstmal draußen zu frühstücken, ist auch einfach zu kalt. Nach unserer großen Erkundungstour am Vortag hatten wir schon unsere Lieblingsplätze auserkoren, sodass wir uns für eine kürzere Runde entschieden und nochmal an den schönsten Ecken fotografierten und entspannten.


Nach etwa drei Stunden waren wir wieder am Zelt und frühstückten erstmal in Ruhe. Während wir im Anschluss unseren Kram ins Auto packten, kamen dann auch die ersten anderen Touristen mit ihrem Tourguide an. Bis dahin waren wir aber seit dem Vorabend allein und waren damit vollauf zufrieden. Bevor wir uns auf den Rückweg machten, unternahmen wir noch eine kurze Wanderung von ein paar hundert Metern in die andere Richtung, wo ein besonders beeindruckender Hoodoo stehen sollte. Dafür mussten wir zwar mal wieder durch den Sand stapfen, aber der Weg war wirklich nicht weit und die Steinsäule schon allein aufgrund ihrer Größe durchaus beeindruckend.


Das war nun aber wirklich genug Wildnis auf einmal und wir freuten uns auf die Rückkehr in die Zivilisation. Noch schnell ein paar Meilen über Sand und Gestein mit (wie immer) einigen besonders schwierigen Passagen, die wir aber zum Glück (wie immer) ohne Schäden oder Steckenbleiben hinter uns brachten. An der Stelle sei angemerkt, dass wir in den bestimmt 20 Autos, die wir in den zwei Tagen auf den Sandpisten trafen, bis auf mich nicht eine Fahrerin entdecken konnten. Scheint eher so ein Männerding zu sein. Ich finde, da darf ich auch mal ein bisschen stolz auf mich sein...

Zurück auf der einfachen Dirtroad legten wir erstmal einen Zwischenstopp an dem primitiven Stateline Campground ein, auf dem wir ja auch bereits vor einigen Tagen genächtigt hatten. Warum? Na weil man nach reichlich zwei Tagen in der Wildnis sogar das dortige Plumpsklo wieder zu schätzen weiß! Fast schon Luxus, so ein Klo...

Weiter ging es nach Page, wo wir zu Carl fuhren und schon mal unseren ganzen Kram wieder von unserem Übergangsfahrzeug ("Trumplebee Plus") in unseren guten Trumplebee geladen haben, weil wir den großen Jeep ja am Abend wieder abgeben mussten. Bei der Gelegenheit bot sich ein gemeinsames Foto der beiden an, auf dem man die Vorteile der Plusversion sicherlich ganz gut erkennen kann.


Danach ging es natürlich zurück auf eine Dirtroad, denn wir wollten nochmal zum Alstrom Point, da wir uns die letzten paar Meilen mit unserem Auto vor einigen Tagen ja nicht zugetraut hatten. Mit dem Jeep Wrangler schafften wir es dieses Mal ohne Probleme bis zum Schluss und können im Nachhinein zufrieden sagen, dass unsere Entscheidung vor einigen Tagen durchaus richtig war. Die letzten drei Meilen führten zu großen Teilen über Steinplatten, bei denen die Absätze teilweise enorm hoch waren, sodass wir es mit unserem Trumplebee keinesfalls geschafft hätten. Für Trumplebee Plus war es kein Problem, auch wenn wir uns an der einen oder anderen Stelle unsicher waren und Christoph vorsichtshalber ausgestiegen ist, um mich weiter zu lotsen. Der Blick vom Alstrom Point auf den Lake Powell war atemberaubend und wir sind sehr froh, dass wir die Strecke doch nochmal in Angriff genommen haben.



Gegen halb 6 am Abend waren wir wieder in Page, um den Jeep Wrangler abzugeben, der uns (trotz inzwischen schon drei brennender Warnleuchten) zuverlässig überall hingebracht hat. Die nicht zu verachtenden Extrakosten für die drei Tage zusätzlichen Mietwagen waren also gut investiertes Geld. Noch schnell beim Subway Abendessen geholt und ab ins Hotel. Was für eine Wohltat nach reichlich zwei Tagen, in denen wir uns ausschließlich von Bagels und Cornflakes ernährt haben, endlich wieder etwas Richtiges zu essen. Und eine Dusche hatten wir nach zwei Tagen ohne fließendes Wasser, dafür aber mit anstrengenden Wanderungen bei fast 30 Grad bitter nötig. Und dann noch ein weiches Bett... Da kam uns unser Fehler, dass wir sogar mal eine eigentlich geplante Hotelstornierung vergessen haben, dann doch ganz gelegen: Eigentlich stünde morgen wieder eine Zeltnacht auf dem Plan, aber durch unseren Fauxpas haben wir jetzt drei Nächte im Hotel und müssen zwischendurch nicht einmal umziehen. Echter Luxus.

Donnerstag, 13. April 2017

Tag 15 - Sand

Nach einer relativ ruhigen Nacht, in der wir dieses Mal auch nicht gefroren haben, sind wir wieder mal gegen 6 Uhr aufgestanden, um uns den Sonnenaufgang anzusehen und noch ein bisschen die Ruhe zu genießen. Unsere Zeltnachbarn waren auch schon unterwegs, verkrümelten sich aber Gott sei Dank in eine andere Richtung. Es war herrlich ruhig, nur anfangs noch ziemlich frisch, was aber schon bald besser wurde.



Am Ende unseres ausgiebigen Morgenspaziergangs war es schon nach neun Uhr und wir ziemlich hungrig, sodass wir uns zum frühstücken zu unserem Zelt aufmachten. Gemütlich gegessen und nach und nach den ganzen Zeltkram wieder im Auto verstaut und schon konnte es losgehen in Richtung Coyote Buttes South. Ach halt, vorher haben wir noch einem "echten" Cowboy getroffen, der mit seinem Pferd dort ab und an durch die Gegend streift und kontrolliert, was die Kühe so machen. Er wirkte leider total überheblich, wie er da betont lässig von seinem Pferd runterschaute und ungefragt weniger spannende Geschichten von sich gab. Unsere Zeltnachbarn fanden es aber offensichtlich ganz toll, sodass wir glücklicherweise unbehelligt verduften konnten.

Auf den schwierigen Sandpisten ging es weiter zum nächsten Ziel. Wenn man sich erstmal wieder an die Fahrweise gewöhnt hat, ist eigentlich das einzige Problem, dass einem ein anderes Auto entgegen kommen könnte, weil man auf den einspurigen Wegen mit rechts und links hohen Sandhügeln nur verdammt schlecht ausweichen kann. Zum Glück ist die Straße aber nicht so stark befahren - dachten wir zumindest, wurden aber eines besseren belehrt und haben mehrere Autos getroffen. Ging aber ganz gut. Am witzigsten war ein Belgier, der auf halber Strecke den ganzen Verkehr aufgehalten hat. Er sollte eigentlich in ein anderes Auto umsteigen, stand aber lieber da am Wegesrand und hielt einfach jedes Fahrzeug an um zu fragen wie die Straßenverhältnisse sind, wo man herkommt, wo man hin will und was ihm sonst noch einfiel. Lustiger Kerl, aber hätte sein Begleiter ihm nicht gesagt, dass sie endlich losmüssten, hätten wir wohl noch eine halbe Stunde da gestanden.

Der Rest der Fahrt war wie immer anstrengend, verlief aber problemlos. An den Coyote Buttes South stand glücklicherweise auch nur ein Fahrzeug, was kurze Zeit später auch schon abfuhr, sodass wir alleine waren. Da gerade die Mittagssonne vom Himmel brannte, bauten wir erst noch gemütlich unser Zelt auf und machten uns dann auf den Weg. Bei unserem letzten Besuch vor zwei Jahren hatten wir ja leider etwas Pech mit dem Wetter, weswegen wir dieses Mal noch viel Neues zu entdecken hatten. Es war warm, wir hatten einen herrlich blauen Himmel und waren ganz allein - besser geht es nicht!



So sieht es übrigens aus, wenn Christoph mich losschickt, um den Akku der Kamera zu wechseln (zugegeben, der Rucksack stand nur 20 Meter weit weg):


Na gut, einen Nachteil haben die Coyote Buttes South: Sand. Überall ist Sand. Und zwar nicht nur eine dünne Sandschicht über Felsen, sondern tiefer Sand, bei dem man für jede Strecke doppelt so viele Schritte benötigt wie auf festem Untergrund. Über die Nachmittagsstunden kam doch eine beachtliche Strecke zusammen, die wir zwischen den einzelnen Gesteinsformationen zurückgelegt hatten, und zwar zu 80% durch tiefen Sand, sodass wir irgendwann wirklich kaputt waren. Aber da gab es noch diese eine Tipiformation, die als besonders farbig angepriesen wurde. Aber bis dahin war es noch ein Kilometer (Luftlinie), größtenteils (natürlich!) durch Sand mit mehreren Hügeln dazwischen und wir mussten den gleichen Weg auch wieder zurück. Aber was soll's, da wir schon mal hier sind... Es war die einzige Entscheidung des Tages, die wir im Nachhinein sicherlich anders getroffen hätten, denn der Weg war schon sehr beschwerlich und die Tipis diesen weiten Umweg einfach nicht wert. Zumindest nicht angesichts der beeindruckenden Naturwunder, die wir in dem letzten beiden Tagen schon gesehen hatten, dafür war es einfach nicht spektakulär genug. Wir kämpften uns danach jedenfalls zum Zelt zurück und waren heilfroh, als wir am Abend endlich ankamen. Die Füße taten weh, wir hatten Sand überall und waren verschwitzt, immerhin waren am Nachmittag wieder fast 30 Grad. Was also tun, schon den zweiten Tag ohne Dusche? Wir hatten ja genug Trinkwasser dabei und es war weit und breit kein Mensch, also erstmal notdürftig mit unseren Wasserflaschen geduscht (zumindest Christoph hat wirklich einfach die 0,5-Literflaschen über seinem Kopf ausgekippt). Schon besser! Noch Abendessen auf unserer aus Handtüchern improvisierten Picknickdecke und ab ins Zelt. Zum Einschlafen heulten die Koyoten, wie passend!

Hier noch ein witziges Foto, das uns erst im Nachhinein beim abendlichen Fotogucken aufgefallen ist: eine optische Täuschung wie aus dem Bilderbuch, wir standen einfach beide neben dem Fels und so viel größer als ich ist Christoph doch nun wirklich nicht...

Tag 14 - Hinlegen, nicht aufregen

Gestern Abend hatten wir uns ja bereits unseren Jeep Wrangler bei Carl abgeholt, mit dem wir heute in die Wildnis starten wollten. Kurz hinter Page piepte es plötzlich und mir leuchtete eine gelbe Warnleuchte entgegen. Na toll, was ist das denn? Keine Ahnung, wir kennen die natürlich nicht alle auswendig und eine Gebrauchsanleitung, Serviceheft oder ähnliches war nicht aufzutreiben. Was also tun? Erstmal bei Carl im Büro anrufen und versuchen zu erklären, wie dieses Lämpchen aussieht. Paula meinte, das wäre alles kein Ding, die Lampe brenne schon ewig und bislang hätte noch niemand Probleme damit gehabt, es sei nur ein Sensorfehler. Aha. Man hätte uns ja vielleicht auch mal vorwarnen können. Nach kurzem Abwägen entschieden wir uns, unsere Fahrt fortzusetzen und zu hoffen, dass die Lampe wirklich keine Probleme macht. Einige Meilen weiter leuchtete mir dann zusätzlich noch die Abgaswarnleuchte entgegen. Na damit kann ich leben, das kenne ich aus meinem Polo und meinem Golf kaum anders... (Hat das eigentlich was mit dem Abgasskandal zu tun?) Da uns auf den kommenden Meilen nichts verdächtiges am Auto auffiel, fuhren wir also unbeirrt weiter.

Beim Abbiegen auf den sandigen Weg, der uns die letzten 16 Kilometer bis zur White Pocket bringen sollte, noch schnell den Allradantrieb angeworfen und ab ging es. Die Strecke kam mir kürzer vor als beim letzten Mal, auch wenn der Sand stellenweise schon recht tief war und die herausragenden Steinplatten manchmal gefährlich spitz in Richtung Reifen zeigten. Wir haben es ohne Probleme bis zum Ziel geschafft und die latente Angst vor den Sandstraßen hat sich bei mir vorerst wieder etwas gelegt.

Als wir vor knapp zwei Jahren hier waren, waren wir ganz allein. Es war richtig romantisch und damals hat mir Christoph den wundervollen Heiratsantrag gemacht. In Erinnerung daran hatten wir uns auf eine einsame, romantische Zeit hier gefreut. Als wir aber am Parkplatz ankamen, trauten wir unseren Augen kaum: Da standen bereits drei Autos und bestimmt acht Quads. Und das Schlimmste: Es waren auch schon zwei Zelte aufgebaut. So viele Menschen und das auch noch im April? Wir waren erstmal ein bisschen geschockt und auch enttäuscht. Vor uns war scheinbar gerade jemand von den Touranbietern angekommen, die diejenigen für jede Menge Geld hierher fahren, die sich aufgrund der schwierigen Straßenverhältnisse nicht alleine hertrauen. Jedenfalls schob sich gerade eine Menschenmenge in Richtung White Pocket (zugegeben, Menschenmenge bedeutet in diesem Fall vielleicht sechs bis acht Leute, für uns aber auf jeden Fall viel zu viele). Daher entschieden wir uns, erstmal unser Zelt aufzubauen. Leider stand natürlich an genau dem Platz, an dem wir vor zwei Jahren unser Lager aufgeschlagen hatten, schon ein Zelt. Wie ärgerlich! Am liebsten hätten wir natürlich wieder genau dort gezeltet, wegen der Nostalgie... Aber gut, so suchten wir uns einen anderen schönen Platz, der einerseits weit genug von den anderen Zelten entfernt, andererseits aber doch noch möglichst nah an unserem Auto auf dem Parkplatz ist.

Eigentlich war für heute bedeckter Himmel vorausgesagt, aber die Wolken lichteten sich immer mehr und so entschieden wir uns dann doch, uns schon mal zur White Pocket zu begeben und zu versuchen, das eine oder andere Foto ohne fremde Menschen im Bild zu machen. Gelang uns auch ganz gut, so viele Leute waren es ja dann doch nicht.



Es wurde in der Sonne sogar richtig schön warm, sodass wir uns ein bisschen auf die gewärmten Felsen legten und die Ruhe und die Aussicht genossen. Zumindest bis eine Familie dazu kam, die sich aufteilte, nur um sich dann über eine Entfernung von etwa 200 Metern ständig gegenseitig anzubrüllen, weil die Kinder auf der einen Seite nicht machten, was die Eltern auf der anderen Seite wollten. Da half irgendwann auch Christophs beschwichtigendes "Hinlegen, nicht aufregen!" nicht mehr, das war einfach nur nervig. Also zogen wir uns an einen anderen Ort zurück, wo die Sonne gerade super stand und man ein ganz tolles Foto hätte machen können. Das Stativ war aufgebaut und wir warteten nur noch, dass eine andere Familie mit zwei Kindern, die da unten im Sand spielten, vielleicht mal aus dem Bild geht. Tja, wir warteten leider vergebens.


Dass genau diese Familie uns noch weiter ärgern würde, ahnten wir da noch nicht und gingen erstmal zurück zum Auto, um etwas zu essen. Danach zogen wir nochmal los, machten ein paar Fotos, genossen die Sonne, lagen auf den warmen Felsen und quatschten.



Inzwischen war uns durch cleveres Kombinieren klar, dass die Familie mit den beiden kleinen Mädchen (schätzungsweise 4 und 7 Jahre alt) unsere Zeltnachbarn waren. Wo sie Oma und Opa am Abend noch hergezaubert haben, ist uns ein Rätsel, die waren einfach plötzlich da. Und was macht eine Familie, bei der die Eltern mit den Kindern zum Zelten in die abgeschiedenste Wildnis fahren, barfuß über die Steine spazieren und ihre Kinder bei allem möglichen Unsinn mit Cheerleader-mäßigen Rufen anfeuern? Selbstverständlich, Papa spielt abends beim Grillen Gitarre, während das kleinste Kind grauenvoll unrhythmisch mit Stöcken auf der Kühlbox trommelt und Mama und das größere Kind ebenso unmelodisch dazu singen. Wir wollten doch nur einen ruhigen, gemütlichen Abend... Nachdem wir nun das Geschrei des kleinsten Kindes überstanden haben, das offensichtlich nicht ins Bett gehen wollte, lauschen wir jetzt noch unfreiwillig Papas Gute-Nacht-Geschichte und hoffen, dass wir danach endlich Ruhe haben.

Montag, 10. April 2017

Tag 13 - Kaputt

3. Gastbeitrag:

Heute war ich schon halb 1 wach. Und halb 2. Um 3 und halb 5 auch und schließlich planmäßig halb 6. Warum? Weil es arschkalt war. Unsere Schlafsäcke sind nur für Temperaturen bis 0 Grad ausgelegt, wir wurden aber mit Minusgraden beglückt. Die Extra-Jacke, die ich mir Mitternacht noch umgeworfen habe, hat da auch nicht viel gebracht. Lisa ging es auch nicht anders. Naja, halb 6 durfte ich ja endlich raus und mich mit vor Kälte zuckenden Bewegungen warm machen. Eine angenehme Überraschung war auch, dass es im Plumpsklo recht warm ist.

Dann hieß es zusammen mit Lisa Zelt abbauen, was mit blauen und schmerzenden Fingern auch nicht gerade toll ist, Auto einräumen und schließlich frühstücken mit kalter Milch und ein paar Cornflakes. Parallel dazu durfte unser Campingnachbar übrigens alleine zitternd sein Zelt abbauen und alles aufräumen, während seine dicke und damit eigentlich deutlich besser isolierte Frau ihren breiten Arsch im angelassenen Auto warmsaß. Emanzipation sieht anders aus.

Apropos zelten: Jedes mal, wenn ich mir meine traurig verdrehten Heringe ansehe, frage ich mich, was für Idioten scheinbar mit dem Anlegen von Zeltplätzen betraut werden. Das Ganze muss wohl etwa so ablaufen. A: "Ey, lass mal Zeltplatz machen wegen campen und so." B: "Jo, hier ist ja überall Sand, wo man gut liegt und die Heringe auch schön reinkriegt." A: "Nene, Sand nur, wo kein Zelt hindarf. Den Zeltplatz legen wir schön mit Steinen aus und verbuddeln auch ganz viele drunter." B: "Recht hast du! Jeder liebt Steine!"

Ansonsten stand heute wieder die Wave samt Umgebung auf dem Programm. Also halb 7 losgefahren,  um 1 Meile weiter wegen Zeitumstellung halb 8 anzukommen. Unweit unseres Auto stand noch ein weiterer Wagen, in dem zwei Leute mit angeschaltetem Motor lagen, die ich nach kurzer Analyse für tot erklärte. Jedenfalls muchtete es dermaßen aus dem Wagen, dass eine Falsifizierung meiner These nicht weniger befremdlich gewesen wäre.

Bei Prüfung des Trailregisters fiel dann leider auf, dass bereits zwei Personen mit ostasiatischen Namen auf dem Weg zur Wave waren. Und als wäre das nicht schlimm genug, kamen zwei weitere gerade am Trailhead an, als wir loslaufen wollten. Umzingelt von der süß-sauren Fraktion wie roher Fisch in der Sushi-Rolle blieb uns also nichts anderes übrig, als unser Heil in der Flucht nach vorn zu suchen, sodass wir zügig loseilten. So waren wir schon in einer Stunde an der Wave und machten das obligatorische Eingangsfoto. 


Schon bald aber erreichten auch unsere Verfolger ihr Ziel, sodass wir uns aufmachten, den im Westen der Coyote Buttes North gelegenen Hügel zu erkunden. Das hat sich durchaus gelohnt.




Dann wieder zur Wave hochgekraxelt und dort noch ein bisschen fotografiert.



Mitten in der Wave ist mir dann auch durch einen Windstoß mein Stativ samt Kamera umgefallen, was ihre Attraktivität deutlich gemindert hat. Wir haben das gesplitterte Glas später notdürftig mit einer Displayschutzfolie gesichert. Funktionieren tut sie aber noch.


Schließlich hieß es den Rückweg antreten und nach 7 Stunden auf den Beinen, knapp 15 km Distanz und 600 Höhenmetern fühlten wir uns am Parkplatz angekommen in etwa so kaputt wie meine Kamera.

Dann haben wir mal wieder bei Denny's gegessen, um uns einmal mehr Bauchschmerzen einzuhandeln (So blöd muss man erstmal sein, den Fehler 2x in Folge zu machen! - in Zukunft verzichten wir lieber auf Denny's Geheimrezeptur, die offenbar mit dem Verstreichenlassen des Haltbarkeitsdatums zusammenhängt...) und sind dann zu Carl gefahren, um unseren vorab reservierten Jeep Wrangler abzuholen. Mit diesem werden wir die kommenden 2 1/2 Tage in der Wildnis des Vermillion Cliffs National Monument verbringen. Auf Nachfrage hieß es nur, die von uns anvisierten Pisten seien "pretty bad - as usual". Weitere Blogeinträge folgen also (frühestens :-P) in 3 Tagen.

Tag 12 - Mellow Yellow

Da Trumplebee ja nun schon einige Erfahrungen mit Dirtroads gesammelt hat, haben wir unsere Fahrt heute direkt auf selbigen fortgesetzt. Ziel war der Yellow Rock, den wir uns ja bereits vor vier Jahren schon einmal angeschaut hatten und damals so begeistert waren, dass er dieses Mal nochmal auf dem Plan stand. Die Cottonwood Canyon Road, von der aus man die Wanderung erreichen kann, war in einem sehr guten Zustand, sogar Wohnmobile kamen uns entgegen. Kein Problem also für den Trumpler und mich.

Am Trailhead angekommen, mussten wir kurz einen kleinen Wash überqueren, der noch etwas Wasser führte. Da Christoph Angst um seine orthopädischen Schuheinlagen hatte, hat er den Fluss kurzer Hand barfuß überquert. Für mich ging es aber auch mit Schuhen und etwas Geschick, so tief war das Wasser dann doch nicht. Der kurze, aber sehr steile Anstieg zu Beginn der Wanderung war genau so anstrengend, wie wir ihn in Erinnerung hatten. Allerdings auch recht schnell erledigt, nach 15 Minuten klettern über Geröll war es geschafft.


Oben angekommen ging es ohne große Höhenunterschiede weiter und wir konnten den gelben Fels schon von Weitem bestaunen.


Am Fuße des Berges haben wir erstmal eine schöne gemütliche Pause gemacht. Wer konnte denn ahnen, dass innerhalb von vielleicht 15 Minuten eine Gruppe von vier Amerikanern kommt und dann natürlich beim Fotografieren im Weg steht? So bekannt ist dieser Ort nun wirklich nicht, dass wir überhaupt mit anderen Besuchern gerechnet hätten. Aber es hat alles gut geklappt, das Areal war groß genug, dass man sich ohne Weiteres aus dem Weg gehen konnte und bis auf die ersten paar Minuten haben wir von den anderen kaum etwas gehört oder gesehen. So konnten wir den Fels in Ruhe bestaunen und Stellen entdecken, die wir beim letzten Besuch ganz übersehen hatten. Das Wetter passte auch und es war einfach wundervoll!



Da wir bereits gegen Mittag wieder am Auto waren und die Straße gerade in so gutem Zustand war, entschlossen wir uns, noch ein bisschen weiter zu fahren. Hier durfte dann auch Trumplebee endlich mal wieder Fotomodel sein.


Noch ein kurzer Abstecher zum gelblich leuchtenden Grosvenor Arch, den wir beim letzten Mal nur aus dem Auto angesehen hatten (auch wenn ich mich daran beim besten Willen nicht mehr erinnern kann) und dann hatten wir auch schon das Ende der Cottonwood Canyon Road erreicht. 10 geteerte Meilen weiter bogen wir, wie sollte es anders sein, auf eine weitere Dirtroad ab, die Skutumpah Road, die in ebenso gutem Zustand war. Am Willis Creek stiegen wir aus, um uns den gelben Slotcanyon anzuschauen. Eine sehr kurze Wanderung, aber ganz witzig, weil auch hier noch Wasser floss und wir so ständig von einem Ufer zum anderen über Steine klettern oder über das Flüsschen springen mussten.


Bei dem ganzen gelben Gestein an diesem Tag ging Christoph ständig diese Liedzeile "They call me Mellow Yellow" durch den Kopf, was er selbstverständlich auch singend kundtat. Eigentlich ganz passend, aber leider reichten die Textkenntnisse nicht über diese Zeile hinaus, sodass ich den ganzen Tag über immer wieder diese fünf Worte hören musste, was irgendwann fast noch nerviger war, als unsere CD-Sammlung. Dass es dort im Hinterland aber auch immer keinen Radioempfang gibt...

Am Ende der Dirtroad nahmen wir noch einen Umweg von etwa 20 Meilen in Kauf, um zu tanken. Theoretisch hätte das Benzin gereicht, um noch zum Campingplatz und am nächsten Tag zurück nach Page zu kommen, aber auf den Dirtroads fernab der Zivilisation weiß man ja nie... Endlich am Campingplatz angekommen, waren tatsächlich nur noch zwei Plätze frei, also gerade nochmal Glück gehabt. Noch in Ruhe ein paar Cornflakes und einen Bagel verspeist, Zelt aufgebaut und ab in den Schlafsack.

Samstag, 8. April 2017

Tag 11 - 50 Meilen mit dem Fahrrad

Unseren Vorsatz, heute mal auszuschlafen, haben wir schon mal ganz gut umgesetzt und sind erst kurz nach 7 aufgestanden. Gemütlich gefrühstückt und noch geduscht. Eigentlich war unser Ziel, so spät wie möglich loszufahren, da wir nach Page wollten und es dort bis ca. 15 Uhr noch bewölkt sein sollte, aber im sinnlosen Zeitvertrödeln sind wir irgendwie nicht gut. Also saßen wir doch schon wieder halb 10 im Auto und machten uns auf den Weg. Auf der Fahrt von Flagstaff nach Page wechselte die Natur von schneebedeckten Bergen mit Nadelwald über alle denkbaren Zwischenstufen bis schließlich zu dem roten Gestein und kleinen stacheligen Sträuchen auf den weiten Sandebenen. War schon beeindruckend, diesen Wechsel innerhalb doch recht weniger Meilen zu beobachten.

In Page angekommen, fühlten wir uns schon fast ein bisschen zu Hause, waren wir doch in den beiden vergangenen Urlauben jeweils hier gewesen und hatten insbesondere auf unserem letzten Roadtrip einige Tage hier verbracht. Gleichzeitig mussten wir aber auch feststellen, dass sich seit unserem letzten Besuch vor knapp zwei Jahren einiges getan hat: Am Ortseingang begrüßte uns direkt ein riesiger Walmart, den es hier damals noch nicht gab, und auch so fand sich an jeder Ecke ein neuer Fast-Food-Laden und in jeder freien Baulücke ein neues Hotel. Dann haben wir wenigstens was zu entdecken, immerhin sind wir etwa eine Woche hier.

Der Himmel war tatsächlich noch bedeckt und wir dementsprechend unschlüssig, was wir tun sollten. Alle unsere Alternativen beinhalteten entweder Dirtroads oder Slot Canyons - beides nicht empfehlenswert bei Regen, nach dem es aber leider aussah. Der Ranger im Visitor Center war zwar freundlich, aber seine Auskünfte leider wenig hilfreich: Lächelnd erklärte er uns zu unserer Frage nach den Straßenzuständen und dem Wetter, dass er das leider nicht wisse. Er fragte noch, was für ein Auto wir fahren, nur um uns nach unserer Antwort wieder freundlich lächelnd zu erklären, dass er uns nicht helfen kann. Hm, dann eben nicht. Es sah immer noch nach Regen aus, daher entschieden wir uns für eine sehr kurze Dirtroad zum Stud Horse Point. Die Straße war in gutem Zustand, bis uns kurz vorm Ende ein lang gezogener Hügel mit ziemlich tiefem Sand erwartete. Wir wollten es wenigstens versuchen, Allradantrieb haben wir ja immerhin und ein ganz kleines bisschen Erfahrung im Sand vom letzten Urlaub auch - aber es reichte leider nicht. Wir kamen leider nur bis zur halben Höhe, bevor wir uns im Sand festfuhren und es nicht weiter ging. Anstatt es noch einmal zu versuchen, entschieden wir uns direkt, das Auto zu parken und den Rest des Weges von ca. einem Kilometer einfach zu Fuß zu gehen. Also den Sandhügel wieder runtergerollt, das Auto abgestellt und den Rest des Weges gelaufen. Die Hoodoos am Stud Horse Point waren schon pittoresk und die Aussicht auch toll, nur leider war es recht bewölkt und sehr stürmisch, sodass wir nicht lange geblieben sind.



Zurück in Page war es leider noch zu früh für den Check In, aber das Wetter sah auch nicht besser aus, also suchten wir es uns erstmal was zu essen, was auch erst beim dritten Versuch klappte. Dann ab ins Hotel, einchecken, Koffer abstellen und endlich zeigte sich auch die Sonne. Wir hatten jetzt zwei Möglichkeiten: Dirtroad bis zum Alstrom Point oder Wanderung im Waterholes Canyon. Da wir bislang nur im Auto gesessen hatten, entschieden wir uns für die Wanderung. Problem: Der Canyon liegt auf Navajo-Land und man braucht ein Permit. Die beiden Stellen, an denen man die Permits erwerben kann, liegen natürlich irgendwo außerhalb. Wir machten uns also auf den Weg zu der Stelle, die günstiger gelegen war. Die Ausschilderung war leider wieder typisch Navajo und so brauchten wir einige Anläufe, bis wir das richtige Gebäude gefunden hatten. Öffnungszeiten laut Schild am Eingang bis 17 Uhr, es war gerade 16 Uhr und keiner mehr da. Na super! Also kein Waterholes Canyon für uns, zumindest nicht heute. Nun hatten wir zwar fast schon wieder eine Stunde verloren, aber es war auch noch zu früh, sich aufs Hotelzimmer zurück zu ziehen. Also doch noch auf die Dirtroad und zum Alstrom Point, der ja schon ewig auf unserer To-Do-Liste steht, aber bislang hat es nie geklappt.

Ab auf die Dirtroad, es sind ja "nur" 25 Meilen bis zum Ziel. Teilweise war die Dirtroad in wirklich gutem Zustand und mit Schotter und festgefahrener Erde besser als so manche Dorfstraße. Aber es gab leider auch viele Stellen, die ziemlich haarig waren, unter anderem ging es durch zwei große Schlammlöcher, die noch nass und mit großen Furchen durchzogen waren. Wir wollten schon fast umdrehen. Aber wir mussten heute schon so oft aufgeben, wir wollten auch mal ein Ziel erreichen. Also Augen zu und durch. Die letzten zwei Meilen führten dann über bloßen Stein mit großen Absätzen. Nach unserer Einschätzung hat unser guter Trumplebee dafür wirklich nicht genügend Bodenfreiheit. Daher beendeten wir unsere Tour an dieser Stelle und gingen noch ein Stück zu Fuß. Viel Zeit hatten wir allerdings auch nicht, immerhin hatten wir bis hierhin eine Stunde und 15 Minuten gebraucht, mussten denselben Weg zurück und im Dunkeln noch auf der Dirtroad unterwegs zu sein schien uns auch nicht erstrebenswert. Daher gingen wir nur bis zum nächsten Aussichtspunkt, der Alstrom Point ist eigentlich noch eine Felsspitze weiter. Aber auch von dort war der Ausblick atemberaubend.



Nun aber schnell zurück. Die Fahrt war (welche Überraschung!) nicht leichter als der Hinweg mit dem Unterschied, dass uns anfangs die tiefstehende Sonne blendete und es danach langsam dunkel wurde. Wie auch immer, wir schafften es ohne Weiteres zurück und fuhren halb 8 endlich wieder auf eine asphaltierte Straße. Inzwischen war es aber auch tatsächlich dunkel, also perfekt abgepasst. So ganz zufrieden sind wir mit dem Ausflug aber noch nicht, der Ausblick war schon aus zweiter Reihe super und ein bisschen mehr Zeit zum Verweilen und Genießen wäre auch willkommen gewesen. Wenn alles klappt, wollen wir die Fahrt in den nächsten Tagen nochmal wagen, dann allerdings wesentlich früher und wahrscheinlich auch mit dem besseren Auto, das wir ja wieder für drei Tage mieten.

Übrigens ist mein Fitnessarmband der Meinung, dass ich die ganze Zeit zum Alstrom Point hin und wieder zurück Fahrrad gefahren bin. Hängt wohl damit zusammen, dass wir vergleichsweise langsam gefahren sind, der Weg sehr ruckelig und mein Puls aufgrund der ganzen Aufregung im Trainingsbereich war. Na ein Glück, ich dachte schon, ich hätte fast den ganzen Tag nur im Auto gesessen.

Morgen werden wir übrigens zelten, der nächste Blogeintrag muss also etwas warten...

Freitag, 7. April 2017

Tag 10 - Don't worry, be Hopi!

Wir hatten heute einen ganzen Tag Zeit, um uns in Flagstaff und Umgebung umzuschauen. Diese Zeit haben wir vollends ausgenutzt und alles erledigt, was unter der Rubrik "Kann man machen, falls man Zeit hat" in unserem Reiseplan stand. Allerdings waren es alles eher Kleinigkeiten und keine großen Wanderungen, sodass unser Tagesablauf in etwa so aussah: Längere Autofahrt, anhalten, aussteigen, gucken, fotografieren, filmen, wieder einsteigen, weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit. Alles in allem sogar anstrengender, als hätten wir eine lange Wanderung gemacht.

Los ging es heute Morgen von Flagstaff aus nach Winslow, wo wir eigentlich nur das berühmte Route-66-Zeichen auf einer Kreuzung fotografieren wollten. Gesagt, getan. Hinter dem berühmten "Standin' on the corner" steckt wohl eine Geschichte im Zusammenhang mit einem Song der Eagles. Aber ganz so weit ging unser Interesse dann doch nicht, uns reichte das Foto.


Weiter ging es auf unserem Weg nach Norden ins Indianergebiet. Zunächst schauten wir uns den Little Painted Desert County Park an. Dieser wird ausweislich einiger Hinweisschilder von Indianern betrieben und instandgehalten. Das sieht man aber auch: Das Eingangsschild wurde abgerissen, die Wege sind voller Schlaglöcher, der Weg in den Canyon ist nicht mehr begehbar und überall liegt ein bisschen Müll. Das Schild an dem Toilettenhäuschen, das verkündete, dass dieses wegen Reparaturarbeiten derzeit außer Betrieb ist, war ebenfalls verwittert und hing dort offensichtlich schon länger. Aber deswegen waren wir ja auch nicht gekommen, die bunten Lehmhügel sahen auf jeden Fall klasse aus.


Nächster Halt: Blue Canyon im Gebiet der Hopi-Indianer. Im Internet war nicht zweifelsfrei herauszufinden, ob die Indianer dort überhaupt Touristen auf ihrem Land dulden und wenn ja, ob man vielleicht nur mit geführten Touren oder zumindest mit Permit dahin darf. Die Geschichten reichten von freiem Zugang bis hin zur wilden Flucht vor wütenden Einheimischen. Also an einem Restaurant, das als kulturelles Zentrum angepriesen war, vorsichtshalber nochmal nachgefragt. Die Damen am Einlass wussten noch nicht einmal, wovon wir überhaupt reden, und der zu Hilfe gerufene Kellner schien auch etwas überrascht von unserer Frage und meinte, ein Permit sei nicht notwendig und die Dirtroad müsste auch kürzlich begradigt worden sein. Also nichts wie hin! Die Anfahrt war easy, die 15 Meilen lange Dirtroad bis auf eine Washdurchquerung am Ende in bestem Zustand. Und die lange Anfahrt hat sich gelohnt, auch wenn der Himmel leider langsam immer bedeckter wurde.



Auf dem Rückweg entdeckten wir einen Radiosender mit indianischer Musik. Nach einigen typischen "Ahjajajaja, Ohjojojoho"-Klängen erkannten wir plötzlich eine bekannte Melodie: "Don't worry, be happy!" Aber der singende Hopi-Indianer hat ganz clever umgedichtet: "Don't worry, be Hopi!" Das ist also offenbar die indianische Lebenseinstellung. Wir mussten schon ziemlich lachen!

Einige Meilen Dirtroad, Highway und wieder Dirtroad später stehen wir am Coalmine Canyon. Zwar ist die Sonne inzwischen fast vollständig hinter den Wolken verschwunden, aber der Canyon strahlt auch so noch in den tollsten Farben.



Inzwischen wieder in westlicher Richtung unterwegs, machen wir kurz vor Tuba City noch einen Abstecher zum Balanced Rock. Wir wissen noch nicht einmal, was uns dort genau erwartet, der Hinweis erscheint einfach auf unserer Karte. Wahrscheinlich wurde der Punkt zusammen mit einem anderen Trail in unserer App gespeichert, als wir die GPS-Daten heruntergeladen haben, um die ganzen unbekannten Naturschauplätze irgendwo im Hinterland überhaupt zu finden. Ich war natürlich skeptisch, kannten wir weder den Weg noch das Ziel. Ich sah nur, dass ich schon wieder eine recht sandige Dirtroad befahren sollte... Aber wir tasteten uns vorsichtig vorwärts und der Weg war auch nicht weit bis zum eingezeichneten Parkplatz. Dort waren aber nur umgestürzte Steine zu sehen. Na toll, den ganzen Weg umsonst gefahren, der Balanced Rock ist schon lange umgefallen! Aber da war ich wohl etwas voreilig, einen kleinen Hügel hinunter fanden wir ihn doch noch.


Von Tuba City aus ging es wieder nach Süden, um unser gefahrenes Viereck bis zurück nach Flagstaff zu komplettieren. Die auf dem Weg gelegenen National Monuments Wupatki und Sunset Crater nahmen wir natürlich noch mit. Insbesondere das Wupatki NM hat sich aber nicht wirklich gelohnt, es gab nur eine Handvoll Ruinen zu sehen (die uns ja sowieso nicht besonders interessieren), dafür fuhr man aber meilenweit mit stark reduzierter Geschwindigkeit durch den Park. Es gab ansonsten nichts zu sehen - keine Touristen, keine besondere Vegetation, keine Tiere und eben fast keine Ruinen. Naja, der Vollständigkeit halber haben wir drei oder vier Fotos gemacht und sind zum Sunset Crater NM weitergefahren. Ist eben ein großer grauer Hügel aus Lava. Kann man mal gesehen haben und die Blümchen davor waren ganz niedlich.


Endlich wieder in Flagstaff angekommen, waren wir überraschend müde, so anstrengend kam uns der Tag gar nicht vor. Noch schnell ein besonders leckeres Abendessen, ein kurzer Einkauf und dann endlich Entspannen im Motelzimmer. Morgen ist Ausschlafen angesagt! Mal sehen, ob das was wird...