Dienstag, 15. Juli 2025

Tag 3 - Beeren und Bären

Fazit nach der ersten Nacht im Camper: Unser Bett ist überraschend bequem und Sophia ganz stolz auf ihr eigenes Schlafgemach oben im Alkoven. Ziemlich zeitig frühstücken wir draußen, wo es schon angenehm warm und noch ganz ruhig ist. Selbst die Ziesel schlafen noch - bis auf eines:


Gegen halb 8 starten wir direkt vom Campingplatz aus zu unserer ersten Wanderung in Richtung Bertha Falls. Erst geht es am überaus windigen Seeufer entlang, bevor wir den Berg nach oben klettern. Hier hat offensichtlich in den vergangenen Jahren mal ein Waldbrand gewütet, denn die größeren Bäume sind alle verbrannt. Doch die Strauchschicht ist schon gut nachgewachsen und wir entdecken einige Pflanzen, die wir auch in unserem Garten gepflanzt haben. Vor allem aber wachsen hier Unmengen von Beerensträuchern: Von Himbeeren über Johannis- und Heidelbeeren bis hin zu Aroniasträuchern ist alles zu finden. Wenn man sich hier mal verirrt, hält man es auch ohne Proviant gut ein paar Tage aus... Die Sonne scheint, wir sind fast allein unterwegs und haben einen tollen Ausblick auf den Upper Waterton Lake. Es ist eine wunderschöne erste Wanderung und wir fühlen uns nun so richtig im Urlaub angekommen.



Die Bertha Falls sehen ebenfalls hübsch aus, auch wenn sich die Sonne gerade hinter Wolken versteckt.


Nach knapp 8 Kilometern sind wir wieder am Campingplatz und packen alles zusammen. Zum einen, weil wir ohnehin den Nationalpark noch weiter erkunden wollen und das zu Fuß zu weit wäre, zum anderen, weil wir um 11 Uhr auschecken müssen, obwohl wir noch eine weitere Nacht auf diesem Campingplatz verbringen werden. Wie das geht? Nun ja, ich habe beim Buchen des Campingplatzes das Kunststück vollbracht, mich am richtigen Tag zur richtigen Uhrzeit mit mehreren Geräten gleichzeitig in die virtuelle Warteschlange einzureihen, mit etwas Glück recht frühzeitig dran zu sein, um mir noch einen der begehrten Stellplätze direkt am Wasser zu sichern, nur um diesen dann blöderweise nur für eine Nacht zu buchen, obwohl wir zwei Übernachtungen gebraucht hätten. Immerhin habe ich es noch früh genug gemerkt, um eine weitere Nacht reservieren zu können, nur eben auf einem anderen Teil des großen Campingplatzes, sodass wir heute auf jeden Fall umziehen müssen.

Geplant ist als nächstes ein Abstecher zum Red Rock Canyon. Hier gibt es zwei Parkplätze, von denen einer wohl bereits voll und daher direkt die Zufahrt gesperrt ist. Wir drehen mehrere Runden auf dem anderen Parkplatz, finden für unser großes Gefährt aber keine freie Nische. Da wir es nicht eilig haben, suchen wir uns einen Stellplatz am Straßenrand ein paar Kilometer zurück und spielen erstmal eine Runde Karten. Beim zweiten Versuch drehen wir so lange unsere Runden, bis endlich ein Parkplatz frei wird und wir uns auf den kleinen Spaziergang begeben können. Leider scheint das hier das Ausflugsziel für alle zu sein, die zu faul zum wandern sind. Dementsprechend voll ist es und macht auch nicht so richtig Spaß, obwohl sich der kleine rote Canyon durchaus sehen lassen kann.

Was die Menschen dazu veranlasst, ausgerechnet an einem derart überfüllten Platz ihre Füße in den Fluss zu tauchen, wo es doch hier so viele Seen und Flüsse gibt, die auch teilweise ohne Anstrengung zu erreichen sind, wird sich uns wohl nie erschließen. Jedenfalls suchen wir möglichst schnell wieder das Weite, werden dabei aber lustigerweise noch von einem Hirsch überholt.


Auf dem Rückweg hat sich am Straßenrand eine Traube von Autos und Menschen gebildet. Der Grund ist schnell gefunden: Zwei Bären tummeln sich in einiger Entfernung am Hügel. Wir suchen einen Parkplatz fürs Wohnmobil und beobachten mit dem Fernglas die zwei Bären, die sich von all den Gaffern überhaupt nicht stören lassen und ungeniert Liebe machen.



Nächster Tagesordnungspunkt: Die Besteigung des Bear's Hump. Nach einer weiteren Runde Karten machen wir uns auf den Weg, die reichlich 200 Höhenmeter zu überwinden, um hoffentlich nochmal einen tollen Ausblick genießen zu können. Der Aufstieg ist ganz schön anstrengend, lohnt sich aber auf jeden Fall. Windig ist es allerdings auch: Christoph hat sogar Angst, dass ihm die Brille aus dem Gesicht geweht wird.


Den Abend lassen wir auf dem gleichen Campingplatz ausklingen, nur dieses Mal ohne Blick auf den See, dafür mit tierischen Besuchern.

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