Zunächst geht es über eine Stunde Dirtroad und einige harmlose Furten zum Rauðibotn. Nachdem das nun schon der vierte "Raudi" der Reise ist, wissen auch meine Mitreisenden sogleich, dass uns wohl wieder etwas Rotes erwarten könnte und so ist es tatsächlich auch (Rauðibotn = roter Grund). Bevor wir loslaufen, beobachten wir indes von der Parkfläche aus noch einige Jeep-Fahrer, die die eigentlich derzeit gesperrte Hólmsá zu queren versuchen - wohl eher nichts für unseren nunmehr "Dustin" getauften Dacia Duster mit 35 Zentimeter Wattiefe.
Der anschließende Weg durch grüne Hügel ist überraschend kurzweilig und idyllisch. Planmäßig bricht schon bald die Sonne durch die Wolkendecke. Außer uns ist niemand vor Ort.
Schon bald kraxeln wir den trichterförmigen Rauðibotn an der rechten Seite empor. Das ist zwar etwas anstrengend, aber überaus lohnend. Von oben genießen wir einen großartigen Blick auf die Caldera.
Nach Umrundung des Kraterrands kraxeln wir noch etwas ungelenk querfeldein den Hügel auf der anderen Seite herab und machen eine Pause an einem schicken Gletschersee, durch den die Hólmsá fließt.
Für den zweiten Programmpunkt am heutigen Tag müssen wir zurück zu dem See, der vorgestern in dichtem Nebel lag. Die Landschaft dort - soweit erkennbar - hat mich neugierig gemacht und nun müsste auch die Witterung passen. Also düsen wir zwei Stunden lang über Fels, Geröll und zahllose Furten und finden uns gegen 17:30 Uhr am Trailhead zum Sveinstindur (= Burschengipfel) wieder. Oder wie Lisa ihn nennt: den "Schweinehügel". Die Wanderung hier ist nicht lang, aber sehr steil. Auf unter zwei Kilometern Länge one-way geht es über 400 Höhenmeter hinauf - und anschließend natürlich wieder herunter. Ich bin selbst etwas erstaunt, wie hoch die Bergkuppe über uns thront. Aber angehen wollen wir es natürlich trotzdem. Drum werden erneut die Wanderschuhe geschnürt und los geht es. Schritt um Schritt kämpfen wir uns bei immer besser werdenden Aussichten die Hänge hinauf.
Gegen Ende klettert man eher unter Einsatz seiner Hände als dass man wandert. Lisa scheint das ob der zusätzlichen Anstrengung eher weniger zuzusagen. Aber der fantastische Blick vom Berggipfel in alle Richtungen ist die Mühe allemal wert, zumal die rasch wechselnde Bewölkung eine tolle Lichtstimmung zaubert.
Und noch zwei Aunahmen im heute wiederentdeckten Panorama-Format:
Allzu lange aufhalten können wir uns am Gipfel leider nicht. Zum einen schließt sich schon bald die Wolkendecke. Zum anderen wollen wir ja auch noch nach Hause. Also machen wir uns nach fünfzehn Minuten vorsichtig an den Abstieg und erreichen gegen 20:00 Uhr relativ unbeschadet den treuen Dustin. Nur Sophia ist zweimal gestürzt, hat sich aber jeweils nicht wirklich etwas getan.
Nun "bloß noch" zurück zum Feriendomizil. Eineinhalb holprige Stunden dauert es, bis wir unsere Unterkunft in der Ferne erspähen können. Dort angekommen wird eilig der angefangene Rührkuchen verdrückt, geduscht und Zähne geputzt. Anschließend fallen wir sehr müde in unsere Betten.
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