Donnerstag, 30. Juli 2026

Tag 21 - Der irgendwie anders schöne Tag

Heute ist er nun endlich da. Der meteorologisch seit Langem angekündigte Regentag. Entsprechend eigentümlich fällt das Reiseprogramm aus.

Nach morgendlichem Zusammenraffen sämtlichen Equipments aus der nunmehr ehemaligen Unterkunft in Egilsstaðir steuern wir voll beladen zunächst den Parkplatz zum Dettifoss, Europas wasserreichstem Wasserfall, an. Das Wetter ist... nunja... eher bescheiden. Das führt allerdings dazu, dass Lisa erstmals während dieser Reise ihren spektakulären Regenponcho auspackt, was sich als ausnehmend unterhaltsam erweist. Das Billig-Ding aus Fernost ist, zumal auf einer Seite auch noch die Knöpfe fehlen, derart lawede, dass es im Wind permanent um Lisa herumkreiselt, immer nur dort baumelt, wo der Regen gerade nicht hinprasselt und die wenigen aufgefangenen Tropfen dann auch noch zeitnah an seine Trägerin weiterleitet, indem es sich von außen nach innen kehrt. Außerdem sieht man darin aus wie eine Mischung aus Ku-Klux-Klan-Mitglied und gerupftem Gespensterhuhn. Diese Investition hat sich also wirklich bezahlt gemacht! Achja, der Wasserfall. Den haben wir gesehen - war aber nicht allzu dolle. Besonders wasserreich heißt halt nicht zwingend besonders schön.



An der Tür der Toilette am Parkplatz dann wieder einer dieser allgegenwärtigen Marketing-Sticker für Baden-Württemberg, die wir schon an der Südküste mehrfach gesehen haben. Wer reist hier mit einem ganzen Stapel solcher Aufkleber entlang der isländischen Ringstraße? Cem, bist du es?


Nach dem kurzen Spaziergang zu den Wasserfällen reicht es uns für heute mit Outdoor-Aktivitäten ohne schützenden Unterstand. Daher beschließe ich einstimmig, den Nachmittag in einem weiter westlich gelegenen und daher hoffentlich regenärmeren Streichelzoo nahe Akureyri zu verbringen. Die Idee dahinter war eigentlich, hauptsächlich Sophia eine Freude zu machen. Als ich wenig später Lisas leuchtende Augen im Kätzchen-Spielbereich sehe, bin ich mir allerdings nicht mehr sicher, wen von beiden meine Entscheidung nun glücklicher gemacht hat.



Ich wiederum habe hier tatsächlich einmal die Möglichkeit, eine dieser eher unheimlich aussehenden Nacktkatzen zu streicheln. Das habe ich mich schon länger gefragt, wie sich das wohl anfühlt. Antwort: Überraschend angenehm.


Schließlich gibt es vor Ort neben zahlreichen Hoftieren...



...auch Polarfuchswelpen zu beschauen, die tatsächlich äußerst niedlich sind. Streicheln darf man sie natürlich nicht.


Und zum Abschluss gönnen wir uns im rustikal eingerichteten Café des Streichelzoos auch noch heiße Schokolade, Waffeln und Brownie-Kuchen, was alles überraschend köstlich ausfällt.


Danach geht es in unsere neue Unterkunft, die sich als sehr gepflegt und gut ausgestattet erweist. Insgesamt also wider Erwarten trotz Regenwetter ein überraschend schöner und vor allem erholsamer Tag. Trotzdem würde ich mir für morgen dann doch wieder etwas Sonne wünschen.

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